Schlagwörter

, ,

Vorsicht, jetzt gehts um Zähne, ein für viele unangenehmes und Angst-besetztes Thema. Wer sich das ersparen möchte, klickt jetzt weg.

Als ich im Febr. diesen Jahres beim Zahnarzt war wegen leichten Ziehbeschwerden und unangenehmen leichten Klopfgefühlen bei Kälte und körperlicher Beanspruchung im Oberkieferbereich rechts, wo sich nebeneinander drei wurzelbehandelte, also avitale (tote) und überkronte Mahlzähne befanden, die alle zusammen vor inzwischen mindestens 15 Jahren versorgt worden waren, machte er eine Panorama-Röntgenaufnahme mit dem Ergebnis: Er sieht nichts, da ist alles in Ordnung. Aber er überredete mich zu einer Zahnpflege-Sitzung. Wann denn die letzte gewesen sei. Wenn die Jahre zurück liege, wäre das schon mal wieder angezeigt. Ich wurde also unterm Strich über 400 CHF los (für Röntgen, Diagnose und Prof. Zahnreinigung, Zahnarztkosten sind in der CH nicht in der Krankenversicherung beinhaltet), mit dem Ergebnis, dass ein paar Zahnhalsfüllungen für ein paar Wochen keine Verfärbungen mehr zeigten. Dann kehrten sie aber, vielleicht vom Teegenuss, vielleicht einfach so, zurück.

Die Beschwerden hielten an, aber solange man nichts sieht… Na ja.

Es dauerte bis Mitte April, dann zeigte sich in diesem Bereich am Zahnfleisch über den Zähnen eine kleine Beule oder Ausbuchtung. Mangels Erfahrung und dank Stress am Arbeitsplatz schaltete und kombinierte ich nicht gleich. Zwei Wochen lief ich damit rum. Die Beule war mal größer, mal wurde sie wieder kleiner, fühlte sich beißig und unangenehm drückend an. Als ich es an einem Samstag nicht mehr aushielt und notfallmäßig in meine gewohnte Großpraxis ging, obwohl mein behandelnder ZA nicht da war, war schnell klar: Eiterbeule, Zahn ziehen, Rechnung über 250 CHF.

Nebenbei hatte er mir beim Ziehen eine Krone daneben großflächig beschädigt (Stück abgeplatzt) und das als normalen Kollateralschaden hingestellt, der halt passieren kann. Als ich meinen ersten Schock überwunden hatte, fing ich an zu kämpfen. Es war ein Ringen darum, dass sie mir die Kosten ersetzen. Letztlich gelang es, aus meiner Sicht vielleicht nur aufgrund dessen, dass diese Großpraxis zeitgleich im TV als Negativ-Beispiel von Falschbehandlungen und Kunden, die auf den Kosten und dem Schaden sitzen blieben, gezeigt wurde. Mein üblicher Zahnarzt dort ersetzte mir auf Kosten des Hauses die beschädigte Krone, was nicht ganz easy war, weil es sich um eine damals übliche Stiftkrone handelte und er vorher die Gefahr sah, dass der Zahn gesprengt wird. Aber bis jetzt sieht es so aus, dass das erst mal gut gegangen ist.

Jedoch hatte ich nun zwei unversorgte Zahnlücken im Backenzahnbereich, direkt übereinander. Ich hatte hier schon mal erzählt, dass ich aus Kostengründen die beiden Implantate im Juli in München bei meinem früheren ZA und Implantat-Spezialisten setzen ließ. Die Kosten zahle ich in monatlichen Raten ab. Es sind insgesamt knapp über 3000 € / über 3600 CHF. Sobald sie eingeheilt sind, kommt der Zahnaufbau, der natürlich dann extra kostet.

Im Unterkiefer befindet sich das Implantat an vorletzter Stelle. An hinterster Stelle ist ein überkronter, ebenfalls wurzelbehandelter toter Zahn. Vor ein paar Wochen wachte ich aus einem belastenden Traum mit fest zusammen gebissenen Zähnen auf und bemerkte, dass dieser Zahn beim Draufbeißen richtig schmerzt, was bei einem toten Zahn überhaupt nicht sein sollte. Da ich wegen den frischen Implantaten und einer schwierigen Prognose bei dem einen möglichst auf dieser Seite überhaupt nicht rumbeißen sollte, schonte ich die Seite seitdem umso konsequenter. Der erste starke Schmerz beim Draufbeißen war nicht mehr da, aber empfindlich fühlte sich der Zahn noch an.

Da ich keinen Bock auf erneute Kosten ohne Ergebnis hatte („sieht man nichts, da ist alles in Ordnung“), beruhigte ich mich selbst immer wieder und sagte mir, es wäre am klügsten abzuwarten, bis sich eindeutige Zeichen eines behandlungsbedürftigen Problems zeigen. Ich wollte es möglichst bis Dezember beim Ist-Zustand belassen, da dieser letzte Zahn den Biss halbwegs stabil hält. Wenn man ihn ziehen würde (ähnliche Situation vor Jahren auf der anderen Seite), sinkt laut meinem Münchner Zahnarzt das Kiefergelenk ein und der dann angefertigte Zahnersatz kann nicht exakt passend gemacht werden (der Biss stimmt bei mir sowieso schon lange nicht mehr und eins der Kiefergelenke sieht auf den Röntgenbildern überhaupt nicht so aus, wie es aussehen sollte, aber solange es keine Schmerzen bereitet…).

Gestern auf meinem abendlichen Waldspaziergang (Fotos hier) hatte ich den Eindruck, irgendwas braut sich im Bereich des fraglichen Zahns zusammen, aber zu diffus die Wahrnehmungen, also abwarten… Abends beim Zähneputzen entdeckte ich dann, dass das Zahnfleich außen dran eine Schwellung oder leichte Wölbung zeigt, was bedeutet: Der Zahn ist beherdet, da drückt was raus, nun ist es Zeit tätig zu werden.

Meine Großpraxis ist auch an Wochenenden und Feiertagen geöffnet, diesmal bin ich aber nicht bereit, zu einem anderen als meinem üblichen ZA dort zu gehen. Da unser Chef-Ehepaar ab morgen für 2 Wochen in Urlaub und verreist ist, werden meine Kollegin und ich Werkstatt und Laden allein betreiben. Da wir beide normalerweise nur Teilzeit arbeiten, müssen wir uns einfach miteinander absprechen, so dass die Ladenöffnungszeiten besetzt sind. Da sie regelmäßige Termine hat, erfragte ich heute Vormittag nochmal die genauen Tage und Zeiten, damit ich weiß, wann ich zum ZA weg könnte. Dann rief ich in der Praxis an und erfuhr, mein behandelnder ZA ist heute (natürlich) nicht da, morgen hätte er am Nachmittag eine Lücke von einer halben Stunde. Genau da ist meine Kollegin aber nicht da, ich kann also nicht weg. Wir vereinbarten einen Termin für Dienstag Mittag.

Als ich nach dem Frühstück Zähne putzte, stellte ich neben dem unangenehmen Druck fest, dass aus der Schwellung oder leichten Wölbung eine Beule geworden ist. Mein Körper arbeitet…

Heute Morgen hatte ich das erste Mal die Idee, meine langanhaltenden und eigenartigen Schulterprobleme könnten etwas mit dieser Zahnbeherdung zu tun haben. Ich dachte: Abwarten, vielleicht wenn der Zahn draußen ist, beruhigt sich auch die Schulter und heilt ab. Das wär durchaus vorstellbar. Denn dass beherdete Zähne die eigenartigsten körperlichen Beschwerden auslösen können, ist bekannt und hab ich auch schon erlebt. Einmal sind Knieschmerzen so plötzlich verschwunden wie sie gekommen waren, als ein problematischer Zahn auf der gleichen Körperseite behandelt worden war.

Nach einem Gespräch mit Iwan erhärtete sich dieser Verdacht, da mich in letzter Zeit auch intensive nächtliche Schweißausbrüche plagen, von denen ich jeweils durchnässt aufwache und feststelle, dass die schmerzende linke Armseite eiskalt ist, auch wenn sie zugedeckt war. Iwan sagte, nächtliche Schweißausbrüche (über die kleineren üblichen Hitzewallungen hinaus) seien ernst zu nehmen und sprächen von einem ernsthaften Problem des Körpers. In meinem Fall könnte es ein Zeichen dafür sein, dass der Körper bereits intensiv mit dem Infektionsherd kämpft. Die Schulterprobleme könnten eventuell damit zusammen hängen.

Im Lauf des Vormittags rang ich mich dazu durch, mir zuliebe nicht noch zwei Nächte in dem akuter werdenden Zustand zu verharren. Ich rief nochmal in der ZA-Praxis an und bat darum, bereits den Termin morgen Nachmittag wahrnehmen zu dürfen. Dann rief ich meinen Vorgänger im Job an, der verwandtschaftlich mit dem Familienbetrieb verbunden ist und fragte, ob er vielleicht morgen Nachmittag für etwa 1 Std. Zeit hätte, um den Laden zu hüten, damit ich zum ZA kann und weil meine Kollegin ja auch nicht da ist. Ja, er kann und macht es selbstverständlich. Gott sei Dank!

Ich gehe also davon aus, dass der Zahn morgen gezogen wird und ich dann Ruhe bekomme. Vielleicht verschwindet dann auch das leichte Rauschen im rechten Ohr, das ich seit einiger Zeit dort ab und zu wahrnehme und völlig anders ist als das Brummen, das ich eine Zeit lang hatte.

Auch wenn es für den Biss nicht optimal ist, wenn dieser Zahn dort fehlt, gibt es aus meiner Sicht keine Alternative, der muss raus. Und da es der letzte hinten ist, gedenke ich ihn nicht durch ein kostenintensives Implantat ersetzen zu lassen, sondern ihn mir einfach zu schenken, wie den letzten auf der anderen Seite auch, wozu mir der ZA damals sogar geraten hatte.

Und weil das alles ziemlich unerfreulich ist und wie eine einzige Jammertirade klingt, hier zum Abschluss noch etwas Erfreuliches.

Seit Freitag ist die erste Orchideen-Blüte offen, die sich an meinen 8 verschiedenfarbigen Orchideen neu bildete, seit ich in dieser Wohnung bin (1.12.13). Einige sind nicht weiter gewachsen und blieben einfach stehen, wurden weder dürr noch kamen sie zur Blüte. Da ein muffiger Geruch aus den Glastöpfen strömte, hab ich kürzlich alle neu versorgt, damit sie mehr Luft bekommen, trotzdem aber genügend Feuchtigkeit. Die Gegebenheiten dieser Wohnung sind einfach anders als bisher und dem trug ich nun Rechnung.

Diese Blüte ist für mich wie das erste zarte Zeichen dafür, dass ich langsam in meinem neuen Leben ohne Partner ankomme und sich ganz kleine zarte Sprosse neuer Lebendigkeit entwickeln.

242 Orchidee Phalaenopsis_14.09.2014

Advertisements