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Vor fast genau einem Monat hab ich mich das erste Mal zur Milchwirtschaft geäußert, wie mir das Thema zu dem Zeitpunkt begegnet ist: Milchwirtschaft – eine persönliche Sicht

Wie es für mich seitdem damit weiter gegangen ist…

Ich hab im Netz einen Bericht über eine Demo von Veganern hier in der Region Aargau gelesen, auch die Kommentare unter dem Bericht, z.B. von Landwirten mit Milchvieh. Ich war überrascht, wie tief verwurzelt sie in der Tradition der üblichen Tierhaltung sind und dass sie die Leute, die solche Demos machen, für Sektierer halten. Sooo weit sind die Standpunkte oder Perspektiven da offensichtlich voneinander entfernt.

Dann hatte ich ein Gespräch mit jemandem, der meinen Beitrag gelesen hatte und noch andere Aspekte zum Thema beitrug. Einer davon war: Man müsste das Rindvieh dann ja wieder in den ursprünglichen Zustand zurück züchten. Ob das überhaupt möglich ist? Gute Frage.

Dann sah ich im TV beim Durchschalten eine Familie, die immer mit Tieren zur Milchgewinnung gelebt hatte und das bis heute tut, obwohl sie sagt, dass es sich vom Ertrag her nicht mehr lohnt. Die Tiere wegzugeben kann sich diese Familie aber nicht vorstellen. Sie sind mit ihnen zusammen gewachsen. Von bösen oder schlechten Menschen kann man da nun wirklich nicht reden. Wer so eine Beziehung zu seinen Tieren hat, wird sie – soweit möglich – auch gut behandeln, davon gehe ich aus. Und dass sie sie nur des Profits wegen halten, das trifft es in dem Fall auch nicht.

Außerdem hab ich mich im Netz umgeschaut, welches Amt für die Tierhaltung zuständig ist und ob ich über dieses vielleicht an Informationen kommen könnte, die mir unterscheiden helfen, ab wann „Geschrei“ von Kühen nicht mehr als normal zu betrachten sei. Der zuständige Beamte meinte zunächst, dass Tiere Laute von sich geben, gehöre zum normalen Landleben. Ich antwortete, dass ich durchaus schon mitbekommen habe, dass Tiere Laute von sich geben, dass etwa die einen bellen und die anderen muhen und dass ich ihn für diese Info nicht gebraucht hätte, dass es mir in dem Fall aber um stunden- und tagelanges anhaltendes und daher auffälliges Muhen gehe. Er sprach von sehr vielen Meldungen zur Tierhaltung, die bei ihnen eingehen und geringen personellen Ressourcen, weswegen er Name und Adresse des Tierhalters sowie genaue Angaben zu den vermuteten Verstößen brauche. Ich zeigte mich enttäuscht, dass ich statt dessen gehofft hatte, auf einen kundigen und den Tieren zugetanen Beamten zu stoßen, der mir in meiner Frage weiter helfen kann. Er meinte, sein Amt sei zuständig für die Einhaltung der entsprechenden Gesetze, das sei ein wichtiger Beitrag in einer Demokratie und er wüsste nicht, was daran schlecht sein soll. Das tagelange bzw. dauernde Muhen von Kühen könne die verschiedensten Ursachen haben, z.B. Kühe in der Brunst, Signale zur Rangordnung, Trennung von der Herde, fehlendes Futter oder Wasser, aber auch ein schlechter Zustand der Kühe. Für eine Kontrolle brauchten sie eben genauere Angaben zum Tierhalter. Maßnahmen könnten sie nur einleiten, wenn gegen Gesetze verstoßen würde, sonst hätten wir in der Schweiz keinen Rechtsstaat. Nun, hier war ich nicht an der richtigen Adresse.

Seitdem fallen mir auch wieder Kühe auf Weiden auf, die ihre Hörner tragen (z.B. heute hier), was mich freut. Der angeblich geringe Unterschied im zu erwartenden Milchertrag bei entfernten Hörnern scheint doch nicht oder nicht mehr überall eine Rolle zu spielen.

Ich ernähre mich wieder so gut wie vegetarisch (noch vorhandene Fischkonserven brauche ich sporadisch auf, wegwerfen möchte ich sie nicht, das wäre auch keine Achtung dafür), ohne mich zu kasteien. Es tut mir gut und ich genieße die frischen Zutaten, die jetzt wieder vermehrt Einzug in meinen Alltag halten. Ich richte mich da ganz nach dem Appetit, z.B. Rüebli-/Apfelsalat oder Rote-Beete-Salat. Die Menge plane ich jeweils so, dass ich die übrige Hälfte am nächsten Tag in die Arbeit als Mittagessen mitnehmen kann. Braucht ein bisschen Mitdenken und Vorbereitung, aber ich genieße dieses für mich selbst sorgen im Moment. Und den Geldbeutel schont es auch noch.

Außerdem sehe mich nach Möglichkeiten um, tierische Zutaten zu ersetzen, wie letztens die Kokosmilch im Kürbis-Kartoffel-Gratin, die den Geschmack der Zutaten und Gewürze wunderbar harmonisch abrundete und mir besser schmeckte, als wenn ich etwa Sahne verwendet hätte.

In diesem Online-Artikel hab ich grad Hinweise auf passende Einsteiger-Kochbücher zur veganen Ernährung gefunden, also weiß ich, wie ich zu weiteren Tipps komme.

Ein ideales Einsteigerbuch ist «La Veganista» von Nicole Just. Sie erklärt Alltagstaugliches sehr nachvollziehbar, wie man etwa wohlschmeckenden Eier- oder Rahm-Ersatz herstellt.

Wichtig ist mir, mit dem Thema nicht in einen Kampf zu gehen. Denn wenn es damit beginnt, dass man sich als vegetarisch oder vegan eingestellter Mensch für besser hält gegenüber anderen… Fängt dort nicht das Sektierertum und auch die Ablehnung gegeneinander, das Entzweien an?

Das erinnert mich an ein vegetarisches Restaurant, das in München-Schwabing eröffnet hatte, als wir angefangen hatten uns vegetarisch zu ernähren und sämtliche vegetarischen Alternativen in unseren Stammlokalen durchprobiert hatten. Dort aßen wir ganz wunderbar asiatisch mit frischen Zutaten und tollen Ideen, da wurde fleischloses Essen von der Chefin des Hauses so zelebriert, dass es einfach Spaß machte. Es dauerte jedoch nicht lange, da hing ein großes Transparent draußen am Haus, weswegen wir alle vegetarisch leben sollten und warum Tieresser die schlechteren Menschen sind. Außerdem wurden entsprechende Flugblätter – sogar per Hauspost – unter die Leute gebracht und nach einem unserer Besuche in dem Restaurant erhielten wir entsprechendes Info-Material mitgegeben. Wir fühlten uns so, als hätte man versucht uns zu missionieren und fanden, auf diese Art wirkt es eher abstoßend. Dieses Lokal hielt sich nicht lange, es schloss wieder.

Die Hauptsache ist doch: Womit fühle ICH mich wohl, was passt für MICH am meisten. Und das kann ich dann doch so für mich leben und die Auswirkungen genießen, die es auf Wohlbefinden, Gesundheit und Zufriedenheit hat.

In meinem Fall ist das z.B., dass eine bestimmte Art unangenehmer entzündlicher Prozesse an bestimmten Drüsenausgängen vollständig ausbleibt, wenn ich mich vegetarisch ernähre. Jetzt fühle ich mich wieder ausgeglichener und wohler, vitaler, habe automatisch weniger Hype auf Süßes und das Körpergewicht reguliert sich positiv (obwohl ich noch nie der Typ war, der leicht oder schnell zunahm).

Ich denke wirklich, es handelt sich um einen Bewusstwerdungsprozess, der seine Zeit in Anspruch nimmt, wenn er nachhaltig sein soll und nicht nur eine plötzliche Laune, die schnell wieder umschlägt. Mir geht es jedenfalls ähnlich wie der zitierten Person im oben genannten Online-Artikel:

Anfangs war es mir wichtig, kein Fleisch zu essen. Irgendwann wurden mir die ganzen Ernährungszusammenhänge bewusster und ich wollte den Genuss von tierischen Produkten komplett vermeiden.

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