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Weil ich mich in letzter Zeit körperlich und emotional eingeschränkt fühlte, habe ich alle „Arbeiten“ auf ein Mindestmaß reduziert. Ich glaubte nicht, dass ich dieses Jahr noch groß was mit Pflanzen am Balkon mache, weil zusätzlich das Wetter einfach nicht dazu einlud.

Nun hab ich mich letzte Woche aber doch ein bisschen damit beschäftigt.

Meine Stiefmütterchen-Samen, also die von den eigenen Pflanzen, die welche gebildet hatten, das waren die blauen

Stiefmütterchen blau

und die von Sonja, die sie hier gezeigt hat und mir liebenswerterweise Samen davon per Post geschickt hat, hab ich zunächst in das Tiefkühlfach gelegt, d.h. zwischen zwei Lagen Küchenpapier getan, mit Wasser besprüht, in einen Plastikbeutel gepackt und ab ins Kühlfach.

Ich las nämlich online, dass sie manchmal nicht so leicht aufgehen, weswegen manche sie zwischen feinem Sand reiben, damit die Schale der Samen schon mal angebrochen wird; manche legen sie eben aber auch für ein paar Tage in den Tiefkühler, was wohl auch helfen soll, dass sie schneller aufgehen und zur Blüte kommen, weil eine Kältephase simuliert wird.

Nun sind sie am Balkon zwischen die zurückgeschnittenen Stiefmütterchen-Pflanzen gesät und in einer eigenen Schale unten vor dem Haus im Fenster der Waschküche, wo sie durch den Dachüberstand etwas geschützt sind, trotzdem kommt abends noch etwas direkte milde Sonne hin.

Nun bin ich natürlich wahnsinnig gespannt, ob und wann da etwas kommen wird…

Was aber ganz schnell aufgegangen ist und bereits aus der Erde spitzt, sind die Rucola- (Rauke-) Pflänzchen:

209 Rucola_28.08.2014210 Rucola_28.08.2014

Darüber hab ich mich total gefreut. Da sie laut Packung eine Temperatur zwischen 15 und 20 Grad zum Keimen brauchen und dieser Sommer seinem Namen nicht grad Ehre macht, hab ich sie teils im Zimmer belassen und bei schönem Wetter in die milde Abendsonne auf den Balkon gestellt. Heute Nacht waren sie auch ganz draußen, da relativ milde Temperaturen herrschten.

Wenn man ständig Nachschub möchte, wird immer wieder Nachsäen empfohlen. Ich warte mal ab, wie es damit weiter geht und wie sich das Wetter entwickelt, um zu entscheiden, ob ich nachsäe oder es bei dieser ersten Ernte belassen werde, wenn sie soweit kommen.

Wie ich gerade (hier) gelesen habe, ist Rucola von den Inhalten her eine wertvolle Pflanze, mit dem Nachteil, dass sie Nitrite (überdüngte Böden) relativ stark bindet, was dann dem Esser nicht unbedingt so zuträglich wäre. Deswegen wird empfohlen, Bio zu kaufen. Ich denke, gerade in dem Fall ist es passend, selbst zu pflanzen.

Weil es zum Thema passt… Kürzlich sah ich eine Meldung über einen Schweizer Salatbauern, der sein eigenes Saatgut älterer, resistenterer Sorten herstellt, weil im Bereich der für den kommerziellen Anbau vorgesehenen käuflichen Sorten immer mehr eingeschränkt und ausgedünnt wird. Die Sortenvielfalt würde dadurch im Laufe der Zeit immer geringer.

Mit Hoffnung und Freude beobachte ich die verschiedenen Aktivitäten, die Sortenvielfalt zu hegen und zu pflegen, im ganzen Bereich von Obst, Gemüse und Kräutern. Wär doch schade, wenn unsere Nahrung, im großen Stil angebaut, aus immer weniger Sorten bestehen würde.

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