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Durch meinen Umzug in die unmittelbare Nachbarschaft eines Milchbauern letzten Dezember werde ich auf Zusammenhänge aufmerksam, denen ich mich nicht verschließen kann.

Als die Kühe im Frühling das erste Mal auf die Wiese geführt wurden, erschienen sie mir relativ steif und ich dachte: Na, es würde mir wohl nicht anders gehen, wenn ich den ganzen Winter im Stall gestanden hätte. Gott sei Dank schienen sie sich im Verlauf des Vormittags aufzulockern und sie friedlich im Gras wiederkäuend liegen zu sehen sah schon eher nach Normalität für mich aus. Auch wenn sie in der ersten Zeit äußerst empfindsam und schreckhaft reagierten, wenn ich – nur durch eine schmale Straße von ihnen getrennt – auf den Balkon oder vors Haus trat. Seitdem beobachte ich immer mal wieder interessiert, wenn die Kühe vom Stall auf die Weide oder zurück gehen.

Mit der Zeit fiel mir auf, dass nicht immer alle Tiere hinaus gehen und ich fragte mich, warum das eine oder andere Tier im Stall bleibt und dort manchmal auch relativ lautstark muht.

Samstag vor einer Woche wurde ich das erste Mal richtig intensiv aufmerksam, als eine Kuh auf einer etwas weiter entfernten Wiese – aber noch im Sichtkontakt – ab morgens um 5 Uhr eindringlich muhte und das anhaltend den ganzen Tag, wenn auch mit der Zeit heiserer und schwächer werdend. Das klang für mich alarmierend, aber niemand schien sich darum zu kümmern. Ich beschloss, mich mal im Netz umzuschauen, was es mit dem Halten von Kühen auf sich hat.

Gestern und heute höre ich von den Kühen im benachbarten Stall ebenfalls unangenehmes Muhen, das sich für mich nicht „normal“ anfühlt und den Wunsch zur Flucht aufkommen lässt: Einfach woanders hinziehen (wegschauen). Nun stieß ich vorher auf ein Video mit dem Titel: Das Klagen der Kühe, das offensichtlich auch in Schulen verwendet werden kann. Wird es das??

Oh je… Von dem meisten hatte ich irgendwann irgendwie schon mal gehört. Aber man – auch ich – hört lieber weg und beschäftigt sich mit Erfreulicherem. Aber jetzt, wo ich hier wohne und erst mal nicht aus kann, wollte ich es dann schon mal genauer wissen.

Warum haben viele Milchkühe keine Hörner (mehr)? Sie werden ganz früh (in der Regel ohne Betäubung) „ausgebrannt“. Das Video zeigt es und nennt die Gründe.
Was braucht es, damit eine Kuh während ihres Lebens möglichst viel Milch gibt? Wird alles aufgezählt. Eine Kuh lebt dadurch statt ihrer etwa 15 Jahre nur ca. 5 und wird dann geschlachtet, weil nicht mehr produktiv.

Welche Folgen haben die für eine effektive Milchproduktion vom Menschen geschaffenen Umstände für die Tiere? Verhaltensstörungen sind ein Teil; Euterentzündungen ein anderer; ein Leben unter völlig verkünstlichten Lebensbedingungen mit sämtlichen Nebenwirkungen ist die Realität, die nicht viel mit der Idylle von weidenden Kühen in schöner Landschaft zu tun hat, die uns in der Werbung so gerne gezeigt wird und die wir so gerne glauben möchten. Selbst, wenn wir auf Bio-Milch setzen, wie der Beitrag erwähnt.

Am Ende des Videos geht es um ein paar sogenannte – weit verbreitete – Wahrheiten, die so nicht stimmen, aber den Umsatz von Milchprodukten fördern.

Hast du gewusst, dass Milch zwar einerseits unserem Körper Kalzium liefert, es ihm aber andererseits wieder entzieht, so dass das Konsumieren von Milchprodukten die Wahrscheinlichkeit für Osteoporose nachgewiesen steigert?

Hast du gewusst, dass Brust- und Prostata-Krebs unmittelbar mit der vermehrten Aufnahme von Milchprodukten in Zusammenhang gebracht werden kann?

Also was mich angeht, ist das in den letzten Jahren unterschwellig vorhandene Bedürfnis nach veganer Ernährung durch diesen Videobeitrag wieder in den Fokus gerückt. Ich denke, da werde ich dran bleiben und sehen, was ich wie und in welchem Tempo umsetzen kann.

Mein Körper spricht seine eigene Sprache dazu, auch wenn ich das in letzter Zeit ganz gerne vernebelt und anders erklärt haben wollte.

Für Risiken und Nebenwirkungen während und nach dem Betrachtens dieses Videos musst du die eigene Verantwortung übernehmen. Du kannst es dir schenken und wegschauen. Du kannst es auf irgendwann einmal vertagen. Du kannst dich bewusst damit auseinander setzen. Aus meiner Sicht handelt es sich nicht um eine überspitzte oder auf Polemik ausgerichtete Darstellung, sondern um Zusammenhänge und Tatsachen, die wir gerne verdrängen.

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