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Nachdem ich vor einem viertelten Jahr auf Andreas Gabalier mit diesem Lied aufmerksam geworden war

gefiel es mir mit der Zeit immer besser und vor allem ging zeitgleich die innere Abwehr gegen die damit verbundenen Gefühle zurück.

Dann lief die Let’s Dance 2014 Staffel. Durch meine Turnier-tanzende Tochter bin ich auf das Thema sensibilisiert.

Da tauchte diesmal also nun der Willi Gabalier als Profi-Tänzer auf, der mit der ehemaligen Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko tanzte.
Er ist der ältere der beiden Brüder und hat in Graz eine Tanzschule.
Auch hier hatte ich zunächst innere Abwehr: Jetzt auch noch der Bruder. Müssen die beiden mit Gewalt in der Öffentlichkeit stehen? Zum Ende der Staffel hin genoss ich jedoch die flotten Darbietungen der beiden, die sich menschlich und tänzerisch sehr gut aufeinander eingespielt hatten.

Dann begegnete mir im TV zufällig ein Interview mit den beiden Gabalier-Brüdern, bei dem ich einen besseren Eindruck von ihnen als Menschen bekam.
So baute ich Vorurteile (wie: oberflächlich, reißerisch) weiter ab und die beiden wurden mir noch sympathischer.
Ich erfuhr, dass der Vater der beiden aus bis heute für sie ungeklärten Ursachen vor einigen Jahren Selbstmord beging und ihre kleine Schwester, die damit nicht fertig werden konnte, dem Vater schließlich gefolgt war. Die Musik und der Tanz, die Lebensfreude, damit sind sie aufgewachsen und leben sie trotzdem weiter.

Letzte Woche befand ich mich gerade gut gelaunt in Aaraus Innenstadt in einem Kaufhaus beim Shoppen, während Andreas‘ Song
Amoi seng ma uns wieder

gespielt wurde und mich sogleich ergriff. Er singt darin von seiner Überzeugung, dass es nach dem Tod etwas gibt.

Dann geriet ich in die Sendung „Sing meinen Song“, wo Xavier Naidoo „Amoi…“ singt, während die Tränen nur so fließen, sehr ergreifend (na gut, Xavier sollte vielleicht beim Hochdeutsch bleiben).
Hier zu sehen.

Gestern Abend sah ich mir dann Die Andreas Gabalier Story

(Link entfernt, Video nicht mehr verfügbar, 11.11.2014)

und andere Videos an, in denen ich erfuhr, dass der Selbstmord des Vaters sich auf der Straße abgespielt hatte, mit Benzin übergossen und verbrannt.
Es gibt keinen Abschiedsbrief. Die Mutter sagt u.a., wir wissen oft so wenig voneinander, so dass auch bis heute keiner in der Familie weiß,
was sich im Vater abgespielt hatte, warum er diese Entscheidung traf. Die jüngere Schwester hat genau die gleiche Todesart gewählt.

Andreas ist es wichtig, wenn er sein „Amoi…“ Lied singt, dass es mucksmäuschenstill in der Halle ist und danach kein Applaus angestimmt wird, sondern sich jeder ein paar Sekunden ganz still seine Gedanken machen kann – darum bittet er vorab. Er erzählt, dass er oft nachher angesprochen wird und persönliche Geschichten erzählt bekommt. Menschen in Trauer um einen geliebten Menschen schöpfen Hoffnung aus seinem Lied.

Und mir gefallen Künstler, die mitten im Leben stehen und eins zu eins einfach sind, was sie sind. Lebenslustig und nachdenklich, beides hat nebeneinander Platz. Und die Liebe hat er inzwischen auch gefunden, der Andreas, mit einer sympathischen Interviewerin von Puls 4, wo es einfach gefunkt hat. Der Willi ist mit seiner Tanzpartnerin zusammen und betreibt mit ihr zusammen die Tanzschule. Na dann… 🙂

Siehe auch

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