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Dieser alte Schlager ist mir seit mindestens einer Woche immer wieder im Kopf. Nicht nur, weil gerade Kirschenzeit ist – wobei die Schweizer Kirschen noch gar nicht reif sind.

Erst heute schaute ich mal nach, wie der Text eigentlich genau geht und fand, dass das Lied von Peter Alexander gesungen war und es sich um einen Film gleichnamigen Titels von 1954 handelt. Der übertragene Sinn ist dort politischer Natur, charmant aufbereitet.

Ich hab keine Ahnung, ob das Video in Deutschland freigegeben ist:

Frau Enterich weihte am grünen Rain
ihr Jüngstes in alle Geheimnisse ein.
Sie sagte: „Das schönste zu fressen, das unsereins hat,
das ist der Salat.
Das Entelein lauschte und staunte gar sehr,
es blinzelte frech in der Gegend umher,
da sah es die süßesten, herrlichsten Kirschen am Baum.
„Mama, pflück sie für mich“, so bat es kläglich.
„Mein Kind“, sagt die Mama, „das ist unmöglich.“

Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere,
nur weil die Bäume hoch sind
und diese Tiere groß sind.
Die süßesten Früchte schmecken dir und mir genauso,
doch weil wir beide klein sind,
erreichen wir sie nie.

Das Entelein weinte und klagte gar sehr,
es trug sein gegebenes Schicksal nur schwer,
doch als es dann groß war, da ging es mit einem Bericht
vors hohe Gericht.
Die Großen, so sagte es, fräßen ganz keck
den Kleinen die Kirschen und sonstiges weg,
sie alle beanspruchten darin das nämliche Recht.
Was sind das, sprach die Maus, für dumme Faxen,
die Kleinen müßten dann doch erst mal wachsen.

Die süßesten Früchte…

Die Welt ist rund und es scheint so gelenkt,
daß Entlein und Mäuslein das Leben nichts schenkt,
sie tragen ihr Schicksal nach altem und tierischem Brauch,
wie andere auch.
Die Großen, die sind ja am Anfang auch klein,
und wenn sie dann wachsen, dann ist es gemein,
doch wenn es auch ärgert die Kleinen,
die ändern das nicht.
So lang die hohen Bäume Früchte bringen,
solange werden alle Kleinen singen:

Die süßesten Früchte…

Wie meistens gibt es einen persönlichen Bezug, warum mir gerade dieser Liedtext zur Zeit im Kopf ist. Die süßesten Früchte sind für mich weder materieller noch politischer Natur, aber ich kann sie momentan nicht erreichen. Das sehr genau zu wissen, entspannt einerseits. Das ‚andererseits‘ schenke ich mir an dieser Stelle.

Und hoffe, dass ich im Stillen dahin wachsen kann, wo ich sie dann erreichen kann. Da ich nicht weiß, ob das für mich in diesem Leben überhaupt vorgesehen ist, ist der jetzige Moment das sinnvollste, was ich mit Leben erfüllen kann, so wie es mir im Moment eben möglich und gegeben ist.

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