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Hier ein paar Beispiele aus meinem neuen Job als Schildermacherin, der mir nach wie vor sehr viel Freude macht.

Kürzlich hatten wir eine Kundin, die sich einen runden Schlüsselanhänger wünschte, in den am Rand herum Worte und ein Stern graviert werden sollten sowie die Verlängerung von 3 Buchstaben als Strich in Richtung Mitte.

Wir bestellten eine runde Chromstahl-Plakette mit Öse, damit die Schrift nicht von einem Loch unterbrochen werden muss.

Dann setzte ich den Text am Computer und machte auf einem Probestück Alu ein paar Testläufe, wie es aussieht, auch um die benötigte Fräserdicke abzuschätzen etc.

Die elektronische Datei schickten wir per Mail als Korrekturabzug an die Kundin und machten ein Kostenangebot. Da das Setzen für ein einziges Teil relativ aufwändig ist, haben wir 1 Std. Arbeitszeit dafür eingerechnet. Das Fräsen an sich ist rasch passiert und das Material kostet auch nicht die Welt. Sie war zufrieden und bestellte den Anhänger zusammen mit einem zweiten in gelbem Kunststoff mit schwarzer Schrift, etwas kleiner als den anderen.

Zum Gravieren der Chromstahlplakette (mit diesem Material hab ich das erste Mal gearbeitet) benötigt es einen speziellen Fräser, der besonders hart ist sowie spezielles Fett, mit dem die Plakette vor dem Fräsen eingeschmiert wird. Außerdem wurde auf der langsamsten Stufe gefräst, was die Geschwindigkeit der Fortbewegung des Fräsers während der Gravur angeht.

Die Drehzahl des Fräsers (wie schnell er sich beim Fräsen dreht) ist nochmal etwas anderes und kann fast immer gleich bleiben. Allerdings wird das Ergebnis auf Kunststoff, vor allem bei breiten Schriftarten und tiefer Gravur, mit geringerer Drehzahl schöner (fetzelt das Material nicht, sondern schneidet sauber raus).

Die Kundin war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, was uns natürlich freute.

Wenn wir Namensschilder für Briefkästen, Klingeln etc. gravieren, kommt neben Kunststoff manchmal auch Metall zum Einsatz, das sieht dann ähnlich aus wie bei dem Teil oben; nur werden die gravierten Vertiefungen dann mit Nitrofarbe ausgefüllt, die zuerst trocknen muss und dann mit Sprit geputzt wird. Die Farbe bleibt dann lediglich in den Vertiefungen drin, der Rest wird blank geputzt.

Viele Schilder werden auf Kunststoff gefräst; dabei entfällt das Färben, damit geht es schneller und ist günstiger. Für diesen Zweck besteht der Kunststoff aus mehreren Schichten. Beim Gravieren wird die obere Schicht angefräst, so dass die zweite Farbe darunter sichtbar wird. Das sieht dann z.B. so aus (rot/weiss):

97In diesem Fall wurden noch die Ecken abgeknipst; runde Ecken sehen doch gleich viel schöner aus 🙂

Die meisten Namensschilder werden auf schwarz/weiss graviert oder auch auf weiss/schwarz bzw. silbrig/schwarz.

Seltener kommt sogenanntes Gravoglas als Material zum Einsatz, das ist eine Art Plexiglas und wird meistens für Schilder von Praxen oder Firmen an Hauswänden verwendet. Es kann durchsichtig sein und die Schrift eingefärbt werden oder es kann farbig beschichtet sein und die Schrift wird in einer anderen Farbe gestaltet.

Noch seltener kommt Bakelit zum Einsatz, z.B. für Bootsschilder oder auch als Maschinenschilder.

Wir haben die gängigsten Materialien als Platten in verschiedenen Farben und Dicken vorrätig und schneiden jeweils auf die benötigte Größe zu. Ganz bestimmte Klingel- oder Briefkastenschilder lassen wir aber auch fertig kommen, weil das selbst herstellen zu aufwändig wäre.

Beim Alu gibt es das ganz normale, dann das im Chromstahllook, das man auch als „gebürstet“ bezeichnet (z.B. für dekorative Pokal- oder Pultschilder) und farbig eloxiertes. Letzteres findet u.a. Verwendung für Maschinenschilder. Da sind dann die technischen Daten der Maschine, die elektrische Spannung, der Hersteller etc. drauf graviert.

Die meisten Materialplatten werden mit Schutzfolie geliefert, wie hier beim Alu mit Kunststofffolie:

98 Alu mit SchutzfolieDie Schutzfolie wird erst direkt vor dem Gravieren abgezogen, so dass die Oberfläche nicht verkratzt ist.

Manche Materialien brauchen aber auch zum Fräsen eine Schutzfolie, wie z.B. Messing, das relativ weich ist und leicht verkratzt. In dem Fall ziehen wir die eigentliche Schutzfolie ab und kleben eine spezielle Folie auf, die relativ dick ist und stellen den Fräser entsprechend tiefer ein, damit er durch die Folie hindurch fräst. So ist sicher gestellt, dass die Oberfläche beim Fräsen nicht verkratzt werden kann.

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