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Gestern Morgen an der Bushaltestelle meines 700-Seelen Dorfes…

Der Bus um 7.11 Uhr hält und ihm entsteigen ein paar Jugendliche,
die – wie ich – auf den 7.16 Uhr Bus warten,
der – ohne den Umweg des ersten – direkt zur Anschlussbahn fährt.
Das ist nichts Besonderes und geschieht meistens morgens.

Besonders war, dass der eine Junge schwarz geschminkte Augen
und Make Up aufgetragen hatte.
Erst dann fiel mir auf: Er trug außerdem eine kurze hellblaue Jeans,
dazu schwarze Netzstrumpfhosen und hellblaue hohe Turnschuhe.

Meine ersten Gedanken waren:
Conchitas Auftritt in der Öffentlichkeit bewirkt,
dass sich sogar jemand auf dem Dorf traut, sich auszuleben,
wow, ganz schön mutig.

Als der erwartete Bus erst mal ausblieb, schäkerte der entsprechende Junge:
Der [Bus] hat mich gesehen und ist so erschrocken, dass er
gleich wieder umgekehrt ist.

Als der Bus dann kam und an der nächsten Haltestelle nochmal hielt,
gab es zunächst Gegröle von dem Grüppchen hinter mir.
Nun, ein schlanker hochgewachsener Junge stieg ein,
bekleidet mit einem pinkfarbenen weitschwingenden Minirock.
Er wurde von dem „Kurzen Hösli“ begrüßt mit:
Hey, heißer Feger… 🙂

Jetzt dachte ich: Vielleicht ein verabredeter Streich einer ganzen Schulklasse?

Als ich in der Arbeit meiner Kollegin davon erzählte,
machte sie darauf aufmerksam, dass es sich um ein Verkleidungsritual
der Abgänger der Kanti (Kantonsschule, entspricht dem Gymnasium)
handeln könnte, was gängig ist.

Wenn dem so ist, dann dürfte allerdings Conchita mit der ganzen Diskussion,
die sie in Gang brachte, nicht ganz unschuldig
an der Art der gewählten Verkleidung für dieses Jahr sein.
Ich finds trotz allem mutig und mir hat es eine erfrischende Abwechslung
in den Alltag sowie innerliches und äußeres Schmunzeln
an diesem Morgen beschert. Sowas gerne öfters.

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