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Aprilwetter im Außen, anderswie auch, so gings jedenfalls mir.

Wegen Urlaub des Chef-Ehepaars hab ich fast voll gearbeitet, was mir im Lauf der Woche das Gefühl gab, einfach nur noch zu funktionieren. Kein Raum für eigenes. Dafür haben meine Kollegin und ich den Laden und die Werkstatt gut gemanagt, auch unerwartete und heikle Sachen. Es war ein harmonisches Teamplay unter voller Konzentration, hohem Einsatz und ohne unnötige Hektik. Darauf sind wir stolz.

Letztes Wochenende ist Temperatur-mäßig der Frühling erst mal „zusammen gebrochen“. Die Stiefmütterchen auf dem Balkon

scheinen nicht sehr empfindlich und stehen immer noch schön da, obwohl die Erde in zwei Nächten oberflächig gefroren war.

Es muss der Montag gewesen sein, als ich abends mit dem Bus heim kam und staunte, weil es in meinem Heimatdorf geschneit hatte. Es liegt 100 Meter höher als Aarau, wo ich arbeite. Es sah fantastisch aus, man sah die Schneegrenze an den Bäumen entlang. Ich kam herein und schnappte den Fotoapparat, machte fasziniert Fotos:

Am nächsten Morgen war alles noch gefroren…

In Eis und Schnee erstarrt

Ich genoss diese Wetter-Kapriolen, fand sie wunderschön.

Die ganze Woche beobachtete ich, wie „unten“ bereits die Forsythien in praller Fülle blühten und die Magnolienbäumchen ihre ersten Knospen zeigten. Inzwischen ist der Stand langsam auch hier „oben“ erreicht.

Dann stand kürzlich eine Entscheidung betreffs Fahrrad an. Die 100 Höhenmeter hier rauf schaffen mich abends so, dass ich in letzter Zeit das Rad nur noch stehen ließ und mich gemütlich dem Bus überließ. Aber mir fehlte die Bewegung. Zunächst überlegte ich schon seit längerem, ob ich mir nicht ein neues Rad mit erhöhtem Lenker zulege, ein Citybike, wie ich früher lange eines fuhr; denn seit etwa einem Jahr schlafen mir manchmal die Handgelenke ein oder tun weh, wenn ich länger radle. Bei der Gelegenheit meinten manche, ob ich nicht gleich an ein E-Bike denken wolle. Damit sind hier viele, die nicht mehr ganz jung sind, unterwegs – wegen der Höhenunterschiede. Anfangs empfand ich die Idee so, als hätte man mir vorgeschlagen, ein Einkaufswägelchen mit Rollen zuzulegen, um nicht mehr so schwer tragen zu müssen. Ich bin doch noch keine alte Frau!

Dann begann mir der Gedanke langsam immer besser zu gefallen und so machte ich mich vergangenen Samstag erst mal auf zur Velobörse für Gebrauchte in Aarau, wurde aber nicht fündig. Im Internet hatte ich allerdings ein schönes E-Bike zu fairem Preis entdeckt. Anschauen und Probefahren waren heute dran, nachdem sich der Frühling vorsichtig zurückmeldet.

Nun steht mein geliebtes Trekking-Bike aus der Diamant-Edelschmiede in Leipzig zum Verkauf:

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Und während ich am Schreiben bin, ist es auch schon verkauft, na das ging doch zackig. Ist eben Frühling und die Saison beginnt 🙂

Dafür hab ich heute mit dem neuen Kristall E-Bike das erlebt, was ich kürzlich schon in der Nacht im Traum tat: In aufrechter Sitzposition brauste ich durch die Landschaft und freute mich an dem neuen entspannteren Fahrgefühl.

 Ich habe es nicht bereut. Ich kann jetzt das neue Rad ohne Unterstützung wie ein ganz normales Fahrrad nutzen, aufrecht entspannt. Wenn ich müde bin oder Steigungen habe, kann ich mich – in gewünschtem oder benötigtem Grad – unterstützen lassen, das fühlt sich super an.

Statt Diamant fahre ich nun Kristall und hoffe, es wird mir noch ein Weilchen dienen. Der Akku ist an so einem E-Bike das teuerste. Dieses Rad ist zwei Jahre alt und wurde kaum gefahren. Die Lithium Akkus altern vor allem durch Gebrauch und halten laut offizieller Infos etwa 500 Vollaufladungen aus. Mal sehen, wie lange das geht.

Gestern Mittag war ich noch mit Iwan fein asiatisch Mittagsbuffet schmausen und anschließend hatte ich Ruhe, in der Arbeit die Maschinen zu putzen und aufzuräumen sowie unser Schalterschild mit meinem Namen zu ergänzen, so dass die Kunden wissen, mit wem sie es zu tun haben, wenn ich an manchen Tagen überwiegend im Laden präsent bin.

Jetzt fühle ich mich einerseits nach „Urlaub nötig“, andererseits freue ich mich aufs neue Fahrradfahren, die wärmeren Temperaturen und hoffentlich wieder etwas mehr Zeit für mich. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, hängt vom Arbeitsanfall ab, denn meine Kollegin geht übernächste Woche ins Krankenhaus und wird länger ausfallen. So werde ich voraussichtlich dort wieder vermehrt mit einspringen.

Ich wünsch euch allen – und mir auch – einen angenehmen Sonntag.

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