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Es war mir noch nie so bewusst wie zur Zeit, dass Lesen mich entspannt, weil es mir ermöglicht, mit den Gedanken vorübergehend woanders zu sein als bei meinem Leben.

Ich kann nicht ein Buch nach dem anderen lesen, das wäre eine Flucht, die ich nicht lange durchhalten würde. Aber zwischendrin, um abzuschalten und in eine andere Welt einzutauchen: Wunderbar.

Das Buch

Lieblingsmomente

hatte mich von der Beschreibung im Internet her angesprochen.

Buchrücken: Layla und Tristan verstehen sich auf Anhieb – als Freunde. Immerhin sind beide in festen Händen. Tristan bringt ihr abends Essen ins Büro, entführt sie auf seiner alten Vespa an die schönsten Stellen Stuttgarts und imitiert mit geworfenen Wunderkerzen Sternschnuppen, weil er weiß, dass Layla noch nie eine gesehen hat und zu viele ihrer Träume unerfüllt sind. Gemeinsam erleben sie Lieblingsmoment um Lieblingsmoment. Gibt es die große Liebe und perfekte Lieblingsmomente wirklich? Und welchen Preis zahlt man, um sie zu erleben …?

Der Anfang gestaltete sich nach der letzten Lektüre von Cecelia Ahern eher harzig. Die Sprache war mir erst mal zu bemüht im Finden gut klingender Formulierungen, zu durchsichtig auf Effekthascherei gemacht. Unangenehm.

Doch irgendwann erfasste mich dann doch die Protagonistin und was sie erlebt, ich achtete nicht mehr auf die Sprache oder übersah bewusst gewisse sprachliche, na ja, Ungekonntheiten trifft es vielleicht am ehesten.

Layla ist so bemüht, das aufrecht zu erhalten, was sie für ihr wirkliches Leben hält und behalten will – ihr „perfekter“ Partner, mit dem sie ihre Zukunft verbringen will und ihre kleine Firma, die sie so definiert und führt, wie ihr Freund es als richtig und angemessen betrachtet – dass es fast schon weh tut und ich dachte: So blind kann doch überhaupt niemand sein! Sie redet ihre ureigenen Impulse und Gefühle so konsequent weg und hält sich selbst krampfhaft nicht sehend, dass ich mich seitenweise quälte, bis das endlich, endlich aufgelöst wurde.

Als sie dann aber schließlich doch beginnt, ihren eigenen Impulsen wieder mehr zu folgen und sich bewusst mit Menschen trifft, die ihr Potential und wer sie wirklich ist sehen und sie deswegen positiv unterstützen, beginnt die Handlung doch Spaß zu machen. Und kaum dachte ich zwischendurch: Oh nein, jetzt klammer dich doch nicht wieder an jemand anderen…, tut sie wieder ihre nächsten freien Schritte und trifft die richtigen Entscheidungen, nämlich das zu tun, was ihr am meisten Spaß macht und worin sie deshalb auch wirklich gut ist.

Am Schluss war ich überrascht zu lesen, dass es die im Buch erwähnten Lokalitäten in Stuttgart tatsächlich gibt, so dass ich fast Lust bekam, sie auszuprobieren oder mal selbst zu sehen.

Überdies erwähnt Layla so häufig, wie toll sie Stuttgart findet und wie gerne sie dort lebt, dass ich mich fragte, wie Stuttgart heute auf mich wirken würde.

Trotz der oben erwähnten Schwächen im Buch war ich insgesamt doch froh, es gelesen zu haben. Es hat stellenweise richtig Spaß gemacht und mich gepackt, immer wieder stark berührt. Und das Ende hat mir richtig gefallen, obwohl es fast nach einem Open End aussah, mit dem ich gut hätte leben können. Da hätte ich nicht unbedingt ein Happy End im klassischen Sinn gebraucht, denn das Happy End bestand für mich bereits darin, dass sie den Zugang zu ihren kreativen Quellen wieder findet und auszuleben beginnt.

Daher aus meiner ganz persönlichen Sicht: 3 *** von 5.

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