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Dieses Schweizer Nationalgericht ist eine Delikatesse. Das hab ich aber erst im Laufe der Zeit gelernt. Schließlich gilt für Bayern: „Wos da Bauer ned kennt, frisst er ned.“ Geschmack hat durchaus mit Gewohnheiten zu tun und womit man aufgewachsen ist. Wer aber offen für Neues ist und etwas Geduld mitbringt, wird seinen Speiseplan variieren und bereichern.

Beim ersten Käsefondue war mir der Geschmack noch sehr ungewohnt, Käse mit Alkohol und das flüssig und warm, eigenartig. Dann hab ich in München das erste selbst gemacht. Es war nicht sonderlich gut, ich verwendete eine Käsefertigmischung aus der Packung. An mehr traute ich mich für den Anfang noch nicht.

Inzwischen gibt es ein Rezept, nach dem ich es durchaus fertig bringe, ein schmackhaftes Käsefondue ausschließlich aus frischen Käsen zuzubereiten. Es besteht aus einer Mischung von verschiedenen Käsen, mild bis rezent, weich bis fest, Weißwein, Kirschwasser (Obstler), Stärke (zum Binden der Masse) und Gewürzen.

Die Krux liegt im Detail, wie ich heute anlässlich neuer Utensilien dafür feststellte.

Da mein Mann sein gewohntes Set behält, wollte ich mir gerne ein eigenes zulegen. Seit Wochen beobachte ich die entsprechenden Angebote für fertige Sets, wo mich immer irgend etwas störte. Zum Beispiel sollte mein Topf möglichst uni sein und weder Schweizerkreuz, noch eine Bergsilhouette, noch Kühe oder Edelweiß drauf haben. Außerdem finde ich die früheren massiven schmieddeisernen Gestelle sehr hübsch, gegenüber den glatten, eher nichtssagenden moderneren. So beschloss ich, mir mein Set selbst zusammen zu stellen.

Dazu suchte ich heute zuerst die Gränicher Brockenstube auf und fand ein Grundgestell ganz nach Wunsch.

1 Grundgestell

Die zugehörige Platte zum Drunterlegen aus angelaufenem Kupfer verschmähte ich genauso wie das Rechaud aus Kupfer, obwohl der Preis mit diesen Teilen identisch gewesen wäre. Ich mag Kupfer, aber ich mag es nicht dauernd putzen.

Auf jeden Fall wollte ich zum unter den Topf/über die Flamme legen eine Metallplatte, die die Wärme optimal verteilt und Anbrennen verhindert. So eine war hier dabei.

Letzte Woche hatte ich im Dekobereich des Baumarkts Metallteller gesehen, die man als Unterlage für das Set nutzen könnte, so guckte ich dort vorbei. Die gab es zwar inzwischen nicht mehr, ich fand aber einen Schieferteller in der passenden Größe.

Dann gings weiter in die Migros im Wynecenter, wo ich seit zwei Wochen einen bestimmten Topf (Caquelon, sprich Gagglon) im Auge habe.

Als Rechaud bot sich ein Pastenbrenner an, weil ich schon Ersatzpaste dafür habe. Der passte genau in das Gestell.

Die Caquelons sind in der Regel aus Steingut. Neben dem beobachteten entdeckte ich heute einen aus antihaft-beschichtetem Metall in einer modernen Form, der mir auf Anhieb sehr gut gefiel und im Preis identisch war mit denen aus Steingut.

Ich fand genau dazu passende Gabeln.

Da wir heute sowieso das erste Käsefondue der Saison essen wollten, wurde das neue Set ausprobiert.

Dabei stellte sich heraus, dass der Metalltopf völlig anders reagiert als die Steinguttöpfe.

Für ein gelungenes Käsefondue ist es wichtig, dass die Käsemasse bei beständigem Bewegen langsam erwärmt wird, bis sie die richtige Konsistenz und Temperatur hat. Der Metalltopf hat dünnere Wände, die Wärme kommt schnell in den Topf, der Käse beginnt relativ rasch zu blubbern. Aber…

Als wir anfangen wollten zu essen, merkten wir, dass die Masse noch nicht heiß genug war und daher noch nicht so schmeckte, wie sie soll; also nochmal zurück auf die Herdplatte.

Der Metalltopf verliert auch die Wärme rascher wieder als die aus Steingut, so dass der Brenner auf voller Stärke an und auch die untergelegte Metallplatte bereits heiß sein sollte, wenn man den Topf vom Herd auf den Brenner stellt.

Bin ich froh, dass wir das heute ausprobiert haben. Später alleine wäre ich relativ frustriert gewesen, wenn es nicht wie gewohnt klappt und hätte vielleicht nicht recht gewusst, woran es liegt. Jetzt weiß ich, wie ich das neue Set handhaben muss, um gewohnt feines Käsefondue servieren zu können.

Letzten Endes doch noch ein gelungenes Abendmahl…

Übrigens: Dazu getrunkener schwarzer Tee mit Zitrone hilft – genauso wie der Weißwein in der Käsemasse – bei der Verdauung (Aufspaltung) des vielen Käses, so dass er nicht schwer im Magen liegt.

Beim Würzen passt vieles, z.B. schwarzer Pfeffer, Muskat, Paprika, reichlich Schabzigerklee oder auch ein paar kräftige Spritzer Maggi Flüssigwürze, ganz nach persönlicher Vorliebe.

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