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Mein kürzlich angesprochenes Ohrgeräusch ist nun beständiger Motor, an notwendigen Veränderungen dran zu bleiben und nicht einfach alles schleifen zu lassen – ganzheitlich gesehen, dazu gehört sehr vieles.

Der Vollständigkeit halber: Mein Ohrgeräusch pendelt zwischen einem dumpfen Brummen und Rauschen – vor allem aber ist es ein Brummen. Zeitweise kommt eine  Mischung aus Hall- und Taubheitsgefühl dazu, ähnlich wie wenn nach dem Schwimmen Wasser im Ohr ist. Es betrifft hauptsächlich das rechte Ohr, geht in der Arbeit tagsüber meist im allgemeinen Geräuschpegel unter und ist daheim im geschlossenen Raum oder nachts im Bett so richtig deutlich und störend wahrnehmbar. Es gibt immer wieder kurze Zeiten, wo es ganz weg ist, das macht Hoffnung.

Kommentare wie dieser haben mich gezwungen, Stellung zu beziehen, wo ich mich sehe in dem Ganzen, wie ich drauf blicke. Und auch wenn ich mich phasenweise davor fürchte, es könnte schlimmer oder gar chronisch werden, so bin ich im Grunde nicht bereit, das Ohrgeräusch als zu mir gehörend hinzunehmen, sondern es vergrößert meine Motivation, nötige Änderungen im Auge zu behalten und sehr achtsam auf mich zu schauen.

Aus momentaner Sicht würde ich nicht mehr eine einzige Sache – wie den neuen Job – als Ursache für das störende Ohrgeräusch festmachen wollen. Zumal mir eingefallen ist, dass es das Ohrbrummen tatsächlich schon länger gibt, nur hatte ich es zunächst dem Heizkessel im Keller unseres Hauses zugeordnet. Gestern vor vier Wochen realisierte ich das in diesem Moment sehr stark vorhandene Ohrgeräusch zum ersten Mal als „nicht normal“ und jenseits des geglaubten Heizkesselbrummens.

Engelstrompeten gelb 1_Sept. 2013

Was mir in Bezug auf die Frage: Was könnte helfen? im Netz begegnete und am meisten entspricht, ist diese Seite: Ich hatte Tinnitus und habe ihn nach 6 Wochen wieder wegbekommen! (danke für die tolle Seite!) – obwohl ich mein Ohrgeräusch nicht für einen Tinnitus halte.

Was dort steht, gilt inhaltlich für mich, vor allem folgende Punkte:

– Die Sache als Anlass nehmen, Lebensveränderungen anzustreben (Zitat: “Jetzt ist Schluss”-Einstellung + sofort angefangen, Leben radikal zu ändern. Bei mir waren das nach aussen nicht-sichtbare Dinge, kleine aber viele Einstellungen. Äusserlich bin ich fast der gleiche, keine Scheidung, Kündigung, Auswanderung, etc., das könnte aber für jemand anders ein wichtiges Thema sein! Inzwischen habe ich (meine damalige Freundin) geheiratet, ein Kind bekommen, meinen Berufsweg konsequent überdacht, weitergedacht und gehe seitdem Schritte in diese Richtung.)

Recht geben mir vergangene Erfahrungen.

Migräneartige Kopfschmerzen als junge Frau (Zitat meiner Mutter: Das liegt in der Familie), die sich zum Intervall „mehrmals pro Woche“ gesteigert hatten, waren Anlass für einen Heilpraktikerbesuch, wo meine Vermutung bestätigt wurde, dass die Pille die Problematik verstärkte, woraufhin ich sie absetzte und der Intervall sich dadurch auf „mehrmals pro Monat/Jahr“ verringerte. Ein paar Jahre später nahm ich eine Psychotherapie in Anspruch, um mir über notwendige Lebensveränderungen klarer zu werden und den Mut dazu zu sammeln (Sektenausstieg, Trennung vom Vater meiner Kinder). Dadurch ging der Intervall auf „1-2 mal im Jahr“ und später sogar auf „1 mal alle paar Jahre“ zurück.

Als ich um die 40 war, zwang mich ein schwerer Hexenschuss zu mehreren Wochen beruflicher Auszeit, ohne dass die Schmerzen weg gingen. Ein dann diagnostizierter „Bandscheibenschaden“ und der Kommentar einer schwer chronisch kranken Verwandten: Jetzt fängt es halt auch bei dir an mit gesundheitlichen Beschwerden, machten mir damals bewusst, dass ich noch nicht bereit bin, das so zu akzeptieren. Der Umschwung kam mit Urlaub am Meer, womöglich, weil ich inneren Abstand zu meinem Alltag fand und durch die Gespräche mit der Freundin Entlastung und mehr Klarheit fand.

Heute machen mich Rückenschmerzen lediglich darauf aufmerksam, dass ich mich übernommen habe und wieder mehr auf mich achten sollte. Was aber Gott sei Dank sehr selten geworden ist. Ansonsten bin ich beschwerdefrei und fühle mich Rücken-gesund.

– Alternative Heilmethoden, auch wenn das selbst aufzubringende Kosten beinhaltet (Zitat: Auflösung von alten Blockaden in meiner Psyche und Körper […]. Auch viele Erkenntnisse in anderen Naturheilmethoden deuten darauf hin, dass sich frühere Ereignisse und Probleme auch körperlich festsetzen.).

Da ich in der Schweiz ohnehin mit hohem Selbstbehalt versichert bin, ist ein kostenloser Arztgang gar nicht möglich und passt zu meiner Denkweise: Bei Beschwerden zunächst sehen, was ich selbst tun kann, um wieder ins Lot zu kommen. Der Arzt kann mir z.B. nicht helfen, meinen Stress zu verringern.

– Den Umgang mit Stress überprüfen und konsequent Veränderungen vornehmen

Zitat: Konsequente Stressverringerung und alles für die Nerven tun

Bei mir, und sehr vielen anderen Tinnituskranken, ist langandauernder Stress die eigentliche Ursache! Ich bekomme ja viele emails, die das bestätigen. Oft kommen andere Auslöser dazu (Lärm, etc.) die aber erst das Stress-Fass zum überlaufen bringen.

Meine Erkenntnis zu Stress: Stress bedeutet nicht, dass man viel tut, sondern eher, dass man nicht das richtige für einen selbst tut oder oft nur nicht zum richtigen Zeitpunkt. Du weisst selbst (in deinem Innersten) eigentlich ganz genau, was bei dir den Stress verursacht! Bestimmt sind es, wie bei mir, ganz viele, oft sehr kleine Faktoren. Diese Faktoren aufzuspüren und zu verändern, ist deine Hauptaufgabe für deine Heilung!

Gerade den letzten Satz kann ich nur unterstreichen!

Engelstrompeten gelb 2_Sept. 2013

Hierzu gehört auch:

Ein wesentlicher Schritt zur Stressverringerung war für mich folgende Erkenntnis:

Gehe, wenn du gehst,
stehe, wenn du stehst,
arbeite, wenn du arbeitest.

Viele gehen schon, wenn sie noch stehen,
oder arbeiten schon, wenn sie noch gehen…

Als ich das las, wurde mir bewusst, dass ich gerade in einer inneren Haltung war, in der es sehr sinnvoll war, mich auf diese einfache Sache wieder zu besinnen. Mein Geist wirbelte von hier nach dort, war überall und nirgends und ich war weit entfernt davon, mich in mir zentriert zu fühlen und wirklich bei mir zu sein.

Letzten Freitag kaufte ich mir Ohrenstöpsel (solche, mit denen ich zurechtkomme, bisher hatte ich sie immer abgelehnt) und sie sind mir hilfreich immer dann, wenn ich es brauche, mich auf mich selbst zurück zu ziehen und „die Welt draußen zu lassen“. Sie helfen mir dabei. Am Freitag während der Mittagspause an einer belebten Straße und in einem Einkaufszentrum, dann auch nachts in meinem Bett.

Ich möchte wieder mit regelmäßigen Sauna-/Schwimmbadbesuchen beginnen. Das hatte ich in München regelmäßig gepflegt und hilft mir immer sehr, ganz zu mir zu kommen, mindestens so effektiv wie für andere eine Meditation. Heute radle ich hin und probier das hier mal aus. Im letzten Jahr ist diese Gewohnheit stillgelegt gewesen wegen dem fehlenden Kleingeld.

Zitat: Es läuft was in deinem Leben, was nicht so laufen soll. Das musst du akzeptieren und einsehen für eine erfolgreiche Heilung. Diese Punkte ausfindig machen, und alle sofort, radikal und konsequent ändern! Ich glaube, anders hat man keine Chance. Das mögen oft kleine, nach aussen nicht so sichtbare Dinge sein, die aber dein Leben inzwischen beeinträchtigen.

Du musst dich an alternative und sogar “esoterische” Heilmethoden wagen, nur wenn du so etwas mit einbeziehst, wird es ganzheitlich. Z.B. Kinesiologie, Oesteopathie, Logotherapie, Beten, Pilgern, Homöopathie. Die reine Schulmedizin gehört unbedingt dazu, allerdings definiert sie Tinnitus für unheilbar (ich bin der lebende Beweis, dass es nicht stimmt).

Inzwischen habe ich schon öfter Familienaufstellung (nach Bert Hellinger) gemacht, das hat meine familiären Beziehungen verbessert! Wird von manchen derzeit als die effektivste psychologische Methode angesehen!

Außerdem natürlich  – das hilft für so vieles:

Viel Trinken, frisches Wasser. Sport treiben, mehr Spazieren gehen, frische Luft. Ernährung verbessern…

Engelstrompeten apricot_Sept. 2013

Diese Seite: Tinnitus mit Homöopathie behandeln – hat mich vorerst auf einen inneren Vorgang aufmerksam gemacht, der sehr wichtig zu erkennen war, indem bei einer bestimmten Art Ohrgeräusch ein Mittel angeführt wird, das mir als junge Frau als homöopathisches Konstitutionsmittel rausgesucht worden war, das mir sehr geholfen hatte und das mir über die Jahre immer wieder mal unterstützende Dienste leistete. Das und ein weiteres dort genanntes wende ich gerade auch unterstützend an, sowie ein spagyrisches Mittel und manchmal zusätzlich Bachblüten-Notfalltropfen.

An meinem Arbeitsplatz geht es mir immer noch sehr unterschiedlich. An manchen Tagen komme ich sehr glücklich und erfüllt nach Hause, an anderen Tagen analysiere ich ängstlich alle Vorkommnisse und höre die Flöhe husten.

Eins der Probleme dort hat sich kürzlich wie von selbst erledigt, indem mein innerer Widerstand gegen etwas auf einmal weggefallen ist.

Im Oktober möchte ich ersten Urlaub nehmen und nach München fahren.

Bis dahin habe ich vor, keine Überstunden zu machen und so konsequent wie möglich den Ohrenschutz bei der Arbeit zu verwenden, weil es ohne gar nicht mehr gehen würde. Das ist insofern schwierig, als die Kollegen mich an manchen Tagen immer wieder ansprechen und ich dann den Ohrschützer jeweils abnehmen muss, um sie richtig zu verstehen. Wenn ich im Laden präsent sein soll, weil die anderen eine Tätigkeit machen, bei der sie gerade nicht weg können, ist es auch schwierig, weil ich die Klingel des Ladens leicht überhöre, wenn ich den Ohrenschutz auf habe und die Maschine läuft. Gott sei Dank sind es die absoluten Ausnahmen, dass so eine Situation vorherrscht.

Gestern wurde ich gefragt, ob ich eine 40-seitige Master-Arbeit für jemanden korrigieren würde, gegen Bezahlung. Ich habe Nein gesagt. Und mir damit diesen heutigen Tag ganz für mich allein gesichert, ohne neuen Stress im Hintergrund.

Dass ich mich jenen ähnlich fühle, die man „Hochsensible“ nennt – wenn auch eine Schublade, in die ich nicht unbedingt gesteckt werden möchte – macht die Sache nicht einfacher, vor allem in Bezug auf den Lärmpegel der Maschine, an der ich arbeite.

Und doch ist das letzte Wort diesbezüglich noch nicht gesprochen und das letzte Mittel noch nicht ausreichend umgesetzt.

Ich wünsche allen Betroffenen die Klarheit, den Mut und die Konsequenz zum sinnvollen Umsetzen von Veränderungen, die zur Heilung führen. Eines der Mittel, die bisher vielleicht als nicht ernsthaft oder wirkungsvoll genug abgetan wurden, mag vielleicht weiter bringen, obwohl oder gerade weil Ärzte davon sprechen, dass ein Tinnitus nicht heilbar sei und nur übrig bliebe, sich damit zu arrangieren. Für mich eine sehr kurzsichtige und eingeengte Sichtweise.

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