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Parallel zu dem äußeren Geschehen im Job hatte ich in der Nacht auf Montag zwei Träume.

Der erste wiederholte sich so lange, bis ich aufwachte und mir des Inhaltes bewusst wurde. In ihm war ich auf dem Weg zur Arbeit und musste jeweils durchs Wasser, d.h. ich musste vom Fahrrad absteigen und die einzige Möglichkeit, an den Arbeitsplatz zu gelangen, ging mittels Fortbewegung durch tiefes Wasser, in das ich vollends eintauchen musste; nix Boot oder dergleichen, ich wusste es geht mitten hindurch. Sobald ich ins Wasser eintauchte, endete er jeweils und begann von vorn.

Wasser steht für Gefühle und dieser Traum spricht mir davon, dass dieser Job mich mit bestimmten Gefühlen in Kontakt bringt, die mich stressen, einerseits. Andererseits geschieht nichts ohne Grund und ich könnte hier tatsächlich die Möglichkeit haben, an Verschüttetes zu gelangen, das gesehen werden möchte und sich dann verflüchtigen kann. So dass ich dann vielleicht tatsächlich „ankommen“ könnte in diesem Job.

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Im zweiten Traum stand ich zunächst als Beobachter in einer Tiefgarage, die aus großen Steinen errichtet war, wie früher Festungen oder Stadtmauern errichtet wurden, d.h. die Kulisse war eher historisch.

Dort war mein jetziger Nachbar mit seinem Sohn. Er wollte mit dem Auto wegfahren, das dort geparkt war und der Junge schrie mal wieder, wie tatsächlich oft. Als Beobachter dachte ich also zunächst: Ach so, die Nummer wieder mal, ist mir vertraut.

Der Nachbar schimpfte im Traum seinen Jungen, was ich ihn am Abend vor dem Traum in echt das erste Mal tun hörte, als sie spät nach Hause kamen und der Junge wie von Sinnen schrie und um sich schlug, an die Türen und Wände. Sonst steht der Vater meist hilflos dabei oder redet dem Jungen gut zu, was manchmal fruchtet, manchmal auch nicht.

Im Traum steigerte sich die Sache dahingehend, dass der Nachbar beschloss, den Jungen nicht im Auto mitzunehmen, weil er sich so gebärdete. Er öffnete irgendwie die festungsartige Wand hinter dem Auto und sperrte den Jungen hinein. Sollte er doch da drinnen schreien und sich austoben. Er fuhr allein davon. Die Mauer hatte keine Tür oder so, man hörte den Jungen dahinter nun wie wahnsinnig um sich schreien und schlagen, was ihm natürlich nichts half.

In diesem Moment wechselte ich im Traum aus der Position des Beobachters in die Gefühle des eingesperrten Jungen. Ich fühlte Panik und wurde zur lebendig in Mauern begrabenen Person. Das war so heftig, dass mein Bewusstsein nahezu abdriftete und ich in dem Geschehen fast ertrank. Ich nahm aber gerade noch wahr, dass mein Körper sich allem entledigte, dessen er sich entledigen konnte (aus sämtlichen Öffnungen) und in meinem Bewusstsein flackerte kurz auf: Ach sowas kann dann passieren, wenn man lebendig eingemauert wird und der Panik nicht Herr wird. Daraufhin wachte ich auf und wurde mir des Traums bewusst.

Ich vermute, dass es sich um eine Erinnerung aus einem anderen Leben handelte und dass diese bis jetzt unbewusste Erinnerung an das dortige Geschehen dazu geführt hat, dass ich jetzt so große Mühe habe mich abzugrenzen gegenüber Personen, denen ich mich auf irgendeine Weise verpflichtet fühle. Eine bis jetzt unbewusst gewesene innere Barriere verhindert, dass ich es entspannt tun kann, so als würde daraufhin etwas ganz Furchtbares passieren müssen.

Interessant ist, dass ich gestern in der Arbeit dann eine Dynamik ablaufen sah, die mich innerlich schmunzeln ließ: Jemand anderer grenzte sich passend ab, so wie ich es mir nicht getraut hätte, aber genau so, wie es meinen Gefühlen entspricht und ich in der gleichen Situation genau so würde tun wollen. Ich war mir im Gespräch mit dieser Person einig, dass es die richtige Reaktion auf das Geschehen ist und vermute, dass aufgrund dessen die gleiche Situation nicht mehr an mich heran getragen wird. Oder ich bin dann in der Lage, ähnlich passend zu reagieren. So ist mir auf unerwartetem Weg Unterstützung zuteil geworden. Manchmal muss jemand etwas vormachen, damit man merkt: Ach so, das geht auch so – und die Welt geht davon nicht unter.

Als ich heim kam und der äußere Geräuschpegel runterfuhr, merkte ich, dass ich innerlich nicht so entspannt war, wie es mir tagsüber vorgekommen war und das unangenehme Ohrengeräusch wieder bzw. noch präsent war.

Die ganze letzte Nacht hat mich dann gestresst, dass ich gestern Abend meinem Chef angeboten habe – wegen des Urlaubs der Kollegin und des momentanen großen Auftrages, der schon länger liegt und in meinen Bereich fällt – heute Nachmittag zusätzlich zu arbeiten. Was mir den Haupt-Stress dabei bereitet, spielt sich in mir ab, aber ich vermute, die nächste Entspannungswelle kommt auch, mit jedem „Bestehen“ einer Situation, die mir bis dahin zuviel Angst gemacht hatte, die ich dann aber bewältigen kann.

Es geht weiter…

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