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Die momentanen Temperaturen lassen nicht immer gut schlafen.

Vorletzte Nacht hatte ich in meinem Schlafzimmer die Jalousien so unten, dass nur die Schlitze zwischen den Lamellen frei waren – und zwar aus dem Grund, weil ich den Eindruck hatte, diese Nacht nicht damit zurecht zu kommen, wenn Tiere – wie z.B. Stechmücken – herein kommen, was bei geöffnetem Fenster in unserer Gegend halt passiert. Zwar hab ich ein Insekten-Nachtlicht, auf das sie fliegen sollten und dann einen Stromstoß bekommen und hin sind, aber nicht immer wirkt das wie gewünscht. Nun führte diese Verbarrikadierung dann leider zu so stickigem Zimmer, dass ich sehr schlecht schlief.

Vergangene Nacht entschied ich mich daher für ein offenes Fenster mit zurück gezogener Gardine (sie sperrt bei solchen Temperaturen die Luft gefühlt ziemlich ab, so dass ein geöffnetes Fenster kaum hilft) und geöffnete Zimmertür, so dass Durchzug mit den anderen Zimmern und Fenstern entstehen kann.

Mitten in der Nacht erwachte ich durch etwas gegen die Wand Stoßende, direkt über mir, erschrak kurz, horchte – nichts – und schlief sofort weiter. Kurze Zeit später erwachte ich erneut durch ein Geräusch, das mir sagte, die besagte Ursache ist noch im Zimmer und nun von der Wand über mir direkt neben mein Bett herunter gekommen. Im Schein der vor meinem Fenster befindlichen Straßenlaterne sah ich an meinem Bettrand ein Tier sitzen, das ich in Umrissen von der Form her als Grille oder Heuschrecke wahrnahm, allerdings ein ungewöhnlich großes Exemplar.

Normalerweise befördere oder geleite ich unerwünschte Gäste im Zimmer prompt wieder nach draußen und das gelingt auch meistens ganz gut. In diesem Fall überkam mich ein Schaudern bei dem Gedanken, dieses Riesen-Tier anzufassen, daher schied die Möglichkeit aus, dass ich es sogleich wieder nach draußen brachte. Da ich so tief geschlafen hatte und mir keine schnelle Lösung einfiel, entschied ich mich für weiter schlafen.

Was dazu führte, dass ich das Tier im Halbschlaf noch eine Weile weiter hüpfen hörte, immer mit einiger Zeit Stille dazwischen… Erst unter mein Bett, dann am Schrank hoch, auf dem Schrank Richtung Fenster, bis ich hoffte, es hätte jetzt von selbst wieder das Weite durchs Fenster gesucht und wieder so einschlief, dass ich nichts mehr hörte.

Nachdem ich heute Morgen aufgestanden war, erzählte ich meinem Mann davon – wir schlafen in verschiedenen Zimmern – und schaute mich gründlich um, fand aber nichts mehr.

Als ich später im Wohnzimmer meine Phalaenopsis mit Wasser besprühte, fiel mein Blick auf das Usambara-Veilchen und da hockte der nächtliche Besucher…

Grünes Heupferd_Tettigonia viridissima_auch Großes Heupferd_27.07.2013

oder besser gesagt: Die nächtliche Besucherin.

Als mein Mann vom Einkaufen kam, zeigte ich ihm das Tier und er guckte im Internet und fand, dass es sich um ein Grünes Heupferd – die zu den Langfühlerschrecken zählen – handelt. Da die Fotos dort nach Männchen und Weibchen unterscheiden, war auch das klar.

Sie hat mir schon einen Schrecken eingejagt, die Schreckin oder Pferdin, aber sie ließ sich mit Hilfe eines großen Glases von meinem Mann nun auch problemlos nach draußen bringen und flog davon.

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