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… erinnern mich an Omas Kirschbaum, als ich Kind war. Er trug schwarzrote große Herzkirschen und das waren die besten Kirschen auf der ganzen Welt, keine Frage 🙂

Unser Hausmeister hier hat uns ja schon öfter mal „Naturalien“ gebracht (siehe auch Stangenbohnen) und letzte Woche waren es Kirschen. So gut wie Omas sind eh keine, aber sie waren allemal feiner als die gekauften und letztere sind so teuer, dass ich es diesen Sommer gerade zwei Mal wagte, als sie gerade etwas herabgesetzt waren.

Nachdem ich mich für die Kirschen bedankt hatte, fragte er, ob er auch mehr bringen kann, ob ich die Möglichkeit hätte zum Einfrieren oder dergleichen. Ich bejahte. Zwar haben wir nur im Kühlschrank ein kleines Gefrierfach, aber ich hab noch nie selbst Marmelade gemacht oder eingekocht, obwohl es einem stillen Traum entspricht, mich dem auch mal zu widmen. Immer gab es in meinem Leben vordringlicheres… Aber jetzt…

Als ich gestern heim kam, stand also eine große Tasche mit Kirschen in unserer Küche – die versprochenen Kirschen vom Hausmeister. Ups… Das versprach Arbeit zu geben. Aber auch Freude. Gestern Abend hab ich mir passende Rezepte aus dem Internet rausgesucht.

Ja, so begann mein freier Tag heute mit Marmeladen- und Einmachgläser kaufen. Da ich aufs erste Mal nicht alles aufs Rad bekam, fuhr ich zwei Mal und mein Mann begleitete mich beim zweiten Mal, damit ich nicht ein drittes Mal fahren musste.

Dann ging es ans Waschen und Entsteinen, jede Kirsche einzeln. Ich habe nur so einen Entsteiner, wo jeweils eine Kirsche bearbeitet wird.

Ich machte zwei verschiedene Marmeladen, insgesamt von 2750 g entsteinten Kirschen. Was vom Rest nicht in meinem Bauch landete und für morgen zum so Essen im Kühlschrank beiseite gestellt wurde, wurde dann noch eingeweckt.

Die Marmeladen finde ich vom Geschmack her sehr gut gelungen, ich hab frische Vanille verwendet. Insgesamt bin ich gespannt, ob mir die Sachen auch wirklich halten und nichts schlecht oder schimmlig wird.

Gegen Mittag fragte der Hausmeister nach, ob ich zurecht komme. Als er gestern beim Abgeben der Kirschen von meinem Mann erfuhr, dass wir keine Kühltruhe haben, fürchtete er, ich könnte überfordert sein. Er freute sich aber zu hören und sehen, dass ich dabei bin alles zu verarbeiten, zwar mit schwarzen Händen, aber freudig öffnete und sagte, es macht Spaß.

Und das obwohl es schon ein bissl verrückt ist, an so einem heißen Tag zusätzlich noch den Backofen aufzuheizen, um Obst einzukochen.

Um 15.30 Uhr war ich endlich mit allem fertig und die Küche wieder sauber, so dass ich erst mal was anderes als Kirschen gegessen habe.

Morgen können die gestürzen abgekühlten Marmelade-Gläser in den Keller. Zwei halb volle Gläser von beiden Arten stehen im Kühlschrank zum ersten Probieren. Ich bin soweit zufrieden mit meinem Erstlings-Werk.

Und froh, dass am Abend Wolken aufgezogen sind und es – trotz fehlendem Gewitter oder Regen – doch leicht abgekühlt hat…

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