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So hat sich das heute Morgen angefühlt, nachdem ich mich gestern Morgen noch ganz im Griff eines Kollers fühlte, der sich in der letzten Zeit verdichtet hatte und am Mittwoch seinen Höhepunkt hatte – in einem Einkaufscenter, wo ich mir Leselektüre für die Fahrt nach München besorgte und den Eindruck hatte, nun keinen einzigen Schweizerdeutschen Laut um mich herum mehr zu ertragen. Und immer wenn das passiert, weiß ich: Oh, oh, jetzt erreiche ich eine innere Grenze. Ich mag das Schweizerdeutsch, aber wenn ich es nicht mehr hören kann, ist es zum Inbegriff von Anderssein geworden, von mich fremd fühlen, nicht angenommen, nicht angekommen, isoliert. Und da wird man einfach komisch.

Umso beglückender also heute Morgen dieses Gefühl von Daheimsein, selbstverständlich sein, als ich unterwegs war, um Futter für diesen Ausflugstag zum Geburtstag meines Sohnes zu besorgen.

Zu Fuß in meinem alten Viertel unterwegs, zu einem Spezialbäcker, der französische Backkunst in Handarbeit in kleinen Mengen jeden Tag frisch herstellt.

Danach, als ich an meinem früheren U-Bahnhof die U-Bahn einfahren spürte, der Wind mich umwehte – hier bewegt sich was, hier ist Leben, ich genieße das gerade.

Am Stachus auf der Rolltreppe merke ich auf einmal: Hinter mir steht sehr nah eine Frau und macht ein ungewöhnliches Geräusch… Schon spricht sie mich an: Sie ham a total guads Parfum dro, mhhh, ganz toll, weiter so… Sie hatte bewusst und geräuschvoll meinen Duft eingeatmet. Bayerisch angesprochen werden und dann noch so angenehm, ach wie klein sind manchmal die Gesten, die große Glücksgefühle auslösen können. Was sie roch war übrigens „hydrating body mist – EMPORIO/ARMANI“ 🙂

Dann zu früher Morgenstunde über den Viktualienmarkt streifen, die Gerüche von frisch Gebratenem…, die Buden gucken, exotisches Obst… Hab mich erinnert, hier mal zu einem Weihnachtsfondue Pferdefleisch besorgt zu haben. Dann die Leute am Kaffee- und Backstand anstehen sehen, die hier ein bissl frühstücken. Den Duft von Lavendel an einem Stand für Lavendelsäckchen… Dann den kleinen Laden für spezielle Backwaren aufgesucht.

Auf dem Rückweg hab ich die Sendlinger Str. überquert, um zu sehen, da ist jetzt ein neuer Fußgängerbereich entstanden, wo keine Autos mehr durchfahren. Dann bin ich an dem früheren Gebäude der Süddeutschen Zeitung in der Hotterstr. vorbei gelaufen, um überrascht zu sehen, hier ist bereits eine neue Einkaufspassage entstanden, mit einem Schild „Hofstatt“, wo es rein geht. Außerdem eine kleine parkähnliche Anlage vor der Post, wo früher ein Parkplatz war.

Auch auf der Rückseite des früheren Augustinerkeller wird gebaut und modernisiert. Ich liebe es, so zu schlendern und zu sehen: Hier sind Läden verschwunden, neue entstehen oder sind bereits im vollen Betrieb. Gegenüber von Kaltenbach Jeans in der Herzogspitalstr. ein neuer Laden mit Donuts und anderen Backwaren.

Ja, das Futter ist besorgt, noch hat sich der Regen zurück gehalten. Wo wir heute hin wollen, war für tagsüber eh kaum Regen zu erwarten gewesen, auch wenn es recht kühl ist. Solange es trocken bleibt, wird es angenehmer sein, sich im Freien aufzuhalten. Ich bin gespannt, was der Tag noch so mit sich bringt…

Birnbaumblüte Westpark München 11.04.2011

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