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Im Inserat einer Zeitarbeitsfirma (Kundenberater/in gesucht) las ich eben: Belastbarkeit, Teamfähigkeit sowie eine gute Kundenorientierung gehören zu Ihren Vorlieben.

Ahnt ihr, was mir dabei aufstößt? Die (aus meiner Sicht) Pervertierung, inwiefern Belastbarkeit zu den Vorlieben einer Person gehören kann?! Haben wir nicht schon eine Generation mit soundsovielen Burnouts wegen ständiger Verfügbarkeit und Verbiegen bis zur Unkenntlichkeit der eigentlichen Persönlichkeit, weit über die eigenen Grenzen hinaus, weil der Arbeitsmarkt es nun halt mal fordert?!

Klar gibt es positiven Stress, der sich mit ruhigeren Phasen abwechseln darf. Er wirkt belebend und lässt uns manchmal besonders lebendig fühlen. Aber zu behaupten, mich belasten zu lassen gehöre zu meinen Vorlieben, empfinde ich wirklich als pervers.

Wenn sie nun geschrieben hätten, man sollte für diesen Job gerne Verantwortung tragen oder sowas wie Fleiß oder Einsatzfreude mitbringen, man sollte bereit und in der Lage sein, auch in hektischeren Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren und handlungsfähig zu bleiben, mit all dem hätte ich kein Problem. Man weiß dann, worauf man sich unter Umständen einzustellen hat oder man vergewissert sich, wie das praktisch aussieht, um einschätzen zu können, ob man dort klar kommen könnte.

So wie es formuliert ist, klingt es für mich nach der klassischen Falle: Der Bewerber sollte möglichst glaubhaft so tun, als wäre er sämtlichen stressigen Herausforderungen gewachsen, er sei ein Übermensch und könne alles stemmen was da komme und vor allem, er empfinde das als besonders tolle Herausforderung, der er sich gerne stellen möchte, ja er liebe Stress ganz besonders. Wer ist wirklich so? Wer macht dieses Spiel mit?

Wie gehts euch damit?

Wandschmiererei Haus in München_28.06.2012

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