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… zum 28. Febr. 2013, wie ich hier gelesen habe.

Aufgefallen sind mir in diesem Zusammenhang zwei Dinge.

Erstens wird in diesem Artikel der langjährige Kollege und Freund von Papst Benedikt XVI., Max Seckler, zitiert:
Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt. Man kann sich schwer vorstellen, welche Intrigen es da in Rom gibt, mit denen er sich rumschlagen muss. Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch.

Nein, schwer vorstellbar finde ich das nicht, dass es aber so offen gesagt wird, empfand ich schon mal als befreiend.

Zweitens heißt es in seiner Original-Rücktrittsrede u.a.:
Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet.

Sappralott?!

Warum ich darauf so reagiere?

Nun, ich erinnere mich sehr gut, als in meiner (ehemaligen) Zeugen Jehovas Heimatversammlung eines Sonntags ein relativ junger Vortragsredner den öffentlichen Vortrag hielt – er war bei uns zum ersten Mal eingeladen – und darüber sprach, wie man Gott in Freude dienen kann. Er brachte viele Beispiele, wie man die Freude in den Alltag und sämtliche (von den Zeugen Jehovas so verstandenen) Pflichten des Gottesdienstes einbauen kann.

Danach war ich total beflügelt und unterhielt mich mit anderen, ob sie diesen Vortrag genauso toll gefunden hatten wie ich. Die Reaktionen waren verhalten. Dann bekam ich mit, dass unser „Chef“ anordnete, dass dieser junge Mann von der Liste der einzuladenden Vortragsredner gestrichen werden sollte. Ihm gefiel der Aufruf zur Freude offenbar überhaupt nicht – was mich nicht wirklich wunderte. Für jemanden, der sich sein ganzes oder halbes Leben wegen der Religion geknechtet hatte, musste dieser Gedanke was ziemlich Ketzerisches haben. Er hätte sich vermutlich viel lieber bestätigt gewusst durch Aussagen, wie toll jemand sei, der wegen des Glaubens Bürden und Leiden auf sich nehme. Das waren die üblichen Aussagen.

Ich persönlich bin seitdem durch erdrutschartige Veränderungen in beachtlichem Ausmaß gegangen und bin deswegen perplex, dass es immer noch Religionsführer gibt – dies im europäischen Christentum (?!) – die die Verknüpfung von Gottesdienst mit Leiden herstellen und glorifizieren.

Was für eine Welt wollen wir eigentlich? Eine in Leiden oder eine freudige? Und wie kommen wir da hin? Oh es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, der organisierten Religion den Rücken zu kehren. Sappralott!

Wolken Sonne 09.02.2013_772 KB

Nehmts de geistigen Woikn-Macher weg und lassts d‘ Sonna auf olle strahlen bittscheen – mächt ma do song!

Siehe auch Details zum Papst-Rücktritt

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