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Gerade fand ich diesen Newsletter in meinem Mail-Account vor.

Es ist schon ein paar Wochen oder Monate her, als ich online auf Lea Hamann gestoßen bin und den Newsletter abonniert habe.

Da lese ich also…

… ist mir ein altes Glaubensmuster aufgefallen, das viele Menschen in sich tragen: „Meine Arbeit ist nur dann etwas wert, wenn ich ein Zertifikat in meinen Händen halte.“

Als ich letzten Freitag mit einer sehr freundlichen Dame am Telefon einer Zeitarbeitsfirma sprach, meinte sie: Häufig werden bei Stellenangeboten spezielle Zusatzausbildungen verlangt und wenn das eigene Profil nicht ganz genau da drauf passt… Außerdem erklärte sie mir, dass es im kaufmännischen Bereich sehr viele Stellensuchende gibt und die Anbieter daher eine reiche Auswahl vorfinden, was es für den Einzelnen nicht leichter macht.

Unsere Gesellschaft hat sich so entwickelt, dass es für tausendundein Ding eine Spezialausbildung gibt und der Ausbildungsweg teils immer länger wird. Ein kleines Beispiel: Das Angebot für eine Mitarbeit im Restaurant einer großen Lebensmittelkette, wo Kasse machen und Lebensmittel herrichten und präsentieren als Aufgabe genannt wurde und ich eine Absage erhielt. Was ich unter dem Gesichtspunkt verstehe, dass ich bislang nie im Gastronomiebereich tätig war und für diesen Job als Vorteil gennant war, wenn man Erfahrung in der Systemgastronomie vorweisen kann. Nun finde ich das gleiche Inserat wieder online, ergänzt mit der Bezeichnung „Koch“ vorne dran. Für diese Tätigkeit wird jetzt ein gelernter Koch gewünscht, der – wenn er gut in seinem Beruf ist – vielleicht lieber kocht, als einfach Speisen auf Teller zu drapieren und abzukassieren.

Eine Freundin sagte vor ein paar Monaten, sie ist manchmal wütend darüber, dass in unserer Gesellschaft für alles ein „Deaf-Schein“ (Darf-Schein) gebraucht wird. Nun denke ich, es ist eine Frage der eigenen Perspektive und Courage, wie Leas Beispiel zeigt, die von sich sagt, dass sie einfach ihrem Seelenweg folgt und so seit Jahren selbstständig erfolgreich ist, ohne irgendeine Ausbildung dafür zu haben.

Ich habe mich seit 2009 in einem ganz anderen als dem erlernten Berufsfeld fortgebildet und das Erfahrung sammeln und die Ausbildung in diesem Bereich, die ein bisschen anders abläuft als wir es gewohnt sind, dauert an, doch schien der Einstieg in eine selbstständige Tätigkeit bislang nicht reif. Dennoch folge ich meinem Seelenweg. Ich weiß nicht, was es ist, das bislang fehlt, ich weiß nur, es zieht mich weiter, das Erfahrung sammeln geht weiter, das arbeiten an und in mir selbst auch und wenn die Zeit reif ist, werde ich es wissen. Spätestens dann, wenn es mir möglich ist, mir selbst den Darf-Schein auszustellen und ich mich klar fühle in dem, was ich tue.

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