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Im letzten Jahr entdeckte ich frische Ananas für meinen Speiseplan. Da hatte ich mich vorher nie ran getraut. In München gab es öfter Angebote – in der Regel aus Costa Rica – zum Preis von 1 €, wobei ich fast schon ein schlechtes Gewissen bekam und mich fragte, was die Leute, die mit der Ernte und dem Transport der Früchte beschäftigt sind, daran noch verdienen können? (Ergänzung 09.09.2012: Vielleicht war es auch eine aufgeschnittene halbe Ananas, die es zum Preis von 1 € gab, jedenfalls für meinen Geschmack im Grunde „zu billig“.) Jedenfalls war es jeweils ein herrliches Frühstück, Dessert oder auch eine Zwischenmahlzeit.

Seit ich in der Schweiz lebe, achte ich sorgsam auf die Ausgaben, da Iwan unseren Lebensunterhalt erst mal recht mühsam in Schichtarbeit erwarb (heute ist sein letzter Arbeitstag auf diese Weise). An Obst wurde gekauft, was für unseren Geldbeutel bezahlbar oder gerade in Aktion (Sonderangebot) war. Pfirsiche und Nektarinen waren im heißen August häufiger in Aktion (2,30 Franken/kg, entspricht etwa 1,60 €) und sehr saftig und lecker, optimal reif. Die hatte ich in München leider schon länger nicht mehr gekauft, weil sie meist vom harten unreifen Zustand direkt in den schlecht gewordenen übergingen, keine Ahnung warum.

Ananas guckte ich hier nur einmal an, sie kosteten über 8 Franken pro Stück (etwa 6 €) und wurden damit aus den Möglichkeiten aussortiert. Vorgestern entdeckte ich aber, dass Ananas in Aktion waren, 3 Franken irgendwas pro Stück (2,30 €) – und leistete mir eine.

Als ich sie gestern aufschneiden wollte, fiel der „Strunk“ von selbst ab:

Das ist mir jetzt wirklich noch nie passiert und ich hab mich gefragt, ob ich noch nie eine reife Ananas erwischt hatte? Sah aus wie eine „Sollbruchstelle“, witzig. Schmecken tut sie genauso lecker wie die, die ich in München kaufte. Ich liebe sie.

Wer sich für die Inhaltsstoffe interessiert: Nicht zu verachten!

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