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Heute Morgen nach dem Aufwachen schickte mir meine Seele mal wieder ein Lied, das sich in mir drehte, bis ich aufmerksam wurde. Ich war etwas erstaunt über dieses Lied, denn es ist bestimmt 20 Jahre oder länger her, dass es zum letzte Mal in mein Bewusstsein drang. Es musste einen Grund geben, warum gerade das und gerade jetzt „ausgebuddelt“ wurde…

Ich war nie ein Hans Albers Fan. Als ich ihn das erste Mal als Kind im TV sah und meine Mutter oder Oma, ich weiß es nicht mehr genau, davon erzählte, was für ein bekannter Mann er ist und das in irgendwie schwärmerischem Ton, wusste ich nicht was ich mit dem Eindruck anfangen sollte, den er und das Erzählte auf mich machte. Diese Augen, diese Energie, die er ausstrahlte… Hm?!

Als ich gerade auf die Suche nach dem Lied ging, kam ich u.a. zu der Info, dass es sich um einen Walzer handelt. Und mir fiel ein, wie eine Freundin mir mal erzählte, sie habe jetzt lauter Walzer auf ihren MP3-Player geladen, weil die besonders wohltuend für die Seele seien…

Dieses Lied taucht jetzt auf, weil es eine ganz besondere Lebensfreude – vielleicht sollte ich sagen Lebensleidenschaft – ausdrückt, die mir in der Vergangenheit suspekt war. Jetzt bin ich gerade an dem Punkt, wo mir das Leben diesen Aspekt aufs Neue kredenzt und ich neu entscheiden kann, ob ich mich jetzt darauf einlassen mag und kann.

Zu Menschen mit einer ganz besonders tiefen und mitreißenden Lebensleidenschaft hielt ich in der Vergangenheit einen inneren Sicherheitsabstand :). Es fühlte sich an, als könnte ich mich daran lebensbedrohlich verbrennen bzw. als könnte ich darin völlig untergehen und mich verlieren. Ein interessanter Gedanke: Mich verlieren.

Das (m)Ich – an dem noch so viel dran hing, das noch an so vielem festhielt. Ich konnte das nicht einfach so mit einem Paukenschlag loslassen, musste halten, kontrollieren. Um diese Explosion an Lebensleidenschaft zu kontrollieren hatte ich ihre moralische Bewertung übernommen. Alles was damit zusammen hing, musste moralisch fragwürdig sein. Am besten sah ich gar nicht hin.

Aber jetzt… Jetzt fühle ich mich langsam reif, da neu dran zu gehen, mich wieder dafür zu öffnen.

Gestern Abend begegnete mir die Info, dass Neumond ist. Energetisch immer ein guter Zeitpunkt, um etwas Neues zu beginnen oder in etwas Neues einzutreten. Künstlich konstruiert macht das für mich nicht viel Sinn. Wenn ich aber mit allem um mich herum so lebendig mitschwinge, dass es einfach passiert, dann gern.

Zum Abschluss hier der Text zu diesem Seemanns-Song, voll von Abenteuer, Freiheit und Lust aufs Leben…

Silbern klingt und springt die Heuer
Heut spiel ich das Feine oos
Heute da ist mir nichts zu teuer
Morgen geht ja die Reise los
Langsam bummel ich ganz alleine
Die Reeperbahn nach der Freiheit rauf
Treffe ich eine Blonde, recht Feine
Die gabel ich mir auf

Komm doch, liebe Kleine, sei die Meine, sag nicht nein!
Du sollst bist morgen früh um neune meine kleine Liebste sein
Ist dirs recht, na dann bleib ich dir treu sogar bis um zehn
Hak mich unter, wir wollen zusammen mal Bummeln gehn

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Ob du ’n Mädel hast oder auch keins
Amüsierst du dich
Denn das findet sich
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Wer noch niemals in lauschiger Nacht
einen Reeperbahnbummel gemacht
Ist ein armer Wicht
Denn er kennt dich nicht
Mein St. Pauli, St. Pauli bei Nacht

Kehr ich heim im nächsten Jahre
Braungebrannt wie ’n Hottentott
Hast du deine blonden Haare
Schwarz gefärbt, vielleicht auch rot
Grüßt dich dann mal ein fremder Jung‘
Und du gehst vorüber und kennst ihn nicht
Kommt dir vielleicht die Erinnerung wieder
Wenn leis er zu dir spricht:

Komm doch, liebe Kleine, sei die Meine, sag nicht nein!
Du sollst bist morgen früh um neune meine kleine Liebste sein
Ist dirs recht, na dann bleib ich dir treu sogar bis um zehn
Hak mich unter, wir wollen zusammen mal Bummeln gehn

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Ob du ’n Mädel hast oder auch keins
Amüsierst du dich
Denn das findet sich
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Wer noch niemals in lauschiger Nacht
Einen Reeperbahnbummel gemacht
Ist ein armer Wicht
Denn er kennt dich nicht
Mein St.Pauli, St.Pauli bei Nacht

Da fällt mir noch das Wort Inbrunst ein, das mit Leidenschaft verwandt sein soll. Dieses Wort hatte ich  gerne in meinem Sprachgebrauch, aber in meinem Innern war es stets moralisch belegt und eingeengt auf sowas wie die christliche Vorstellung von Brennen für Gott – ein Gott, den man sich außerhalb seiner Selbst vorstellt, ein Brennen, das verknüpft ist mit dem Leiden Christi und demnach einem scheinbaren Gutestun, auch aus eigenem Mangel heraus, also im Grunde Leid ist, so wie Mutter Theresa, die letztendlich innerlich leer geblieben ist und gezweifelt hat, obwohl sie als große Ikone im Gutestun gilt. Uäh… Ich glaube, das hab ich in diversen Leben bis zum Erbrechen ausgelebt.

Vielleicht sollte ich es jetzt mit der Affirmation

ICH BRENNE IN GOTT

versuchen :), Gott in mir, Gott in allem das mich umgibt.

Und damit wieder einen Schatten meines Selbst

hinter mir lassen.

Los gehts – in einen neuen Lebensabschnitt…

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