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Da wir uns aktuell für eine bestimmte Wohnung in der Schweiz beworben haben, habe ich mich mit der Frage von Straßennamen auseinander gesetzt und mit der Tatsache, dass mein Umzug an die künftige Adresse, wie auch immer sie dann lauten wird, der 12. meines Lebens sein wird und damit der 13. Standort.

Es zeigt grob an, dass es viele verschiedene Lebensphasen und immer wieder Neuanfänge gab. Jedenfalls bedeuten 12 Umzüge innerhalb von 52 Lebensjahren (die ich nächste Woche erreiche) jeweils etwa 4,3 Jahre Aufenthaltsdauer an einem Ort.

Ich gebe zu, ich würde gerne in einer Maiglöckchenstraße wohnen (jegliche Blumennamen wären fein), wobei auch Waldstraße und Birkenstraße schön klingen und ein gutes Gefühl geben. Einer Himmels- oder Friedensstraße wäre ich auch nicht abgeneigt, wobei letzteres vielleicht auf eine Friedhofsnähe hindeuten könnte, wo Verstorbene ihren letzten Frieden finden. Ganz soweit bin ich dann doch nicht :).

Was die Hausnummern angeht, würde mir eine 23 gefallen, aber auch 1, 7 oder 17 fände ich schön. Die jetzige 44 war aber auch nicht schlecht.

Dann hab ich mich gefragt, ob es bisher ein Muster in den Hausnummern oder Straßennamen meiner Domizile gab – tja, die ewige Frage nach einem höheren Sinn und ob man ihn aus solchen Dingen ableiten kann. Fehlanzeige, danach sieht es nicht aus.

Weiters habe ich mir angeschaut, wie lange ich jeweils an den verschiedenen Örtlichkeiten blieb. Insgesamt ergab sich…

Hartweg 8 in München,
das Häuschen meiner Oma mütterlicherseits, mit dem ich gute Erinnerungen verbinde, wie das Spiel mit anderen Kindern, Omas Katze, Igel im Garten,
Geburt bis 2. Lebensjahr = 2 Jahre
Es sieht heute so aus (in dem vorderen Zimmer mit Terrasse wurde ich geboren)…

Otto-Hahn-Str. 2 in Garching bei München,
ein 8-stöckiges Hochaus mit Firmenwohnungen des Max-Planck-Insituts für Physik und Astrophysik, wo mein Papa damals angestellt war, wir wohnten im 4. Stock, es gab ein riesen Wohnzimmer mit Eßecke und einem Südbalkon, leider Beton, so dass ich lange nicht hinaus sehen konnte und mich daher eher eingesperrt fühlte, das Kinderzimmer hatte gerade mal für zwei Betten und einen 2-türigen Kleiderschrank Platz,
es gibt viele Erinnerungen an diese Adresse, die alles zwischen traurig, zu Tode betrübt und traumatisch erfassen, das hat u.a. mit dem Bruch zwischen Häuschen und Wohnblock zu tun und damit, dass meine Oma, die bisher näheste Bezugsperson mit Zeit, nun schmerzlich fehlte,
2. bis 14. LJ = 12 Jahre
Ein Bild von 2010, als die beiden 1960 gebauten Hochhäuser saniert wurden…

Maier-Leibnitz-Str. 10 in Garching bei München,
hier waren die Blöcke wenigstens nur 2-stöckig, ich bekam ein eigenes Zimmer, das etwa 15 qm und ein West-Fenster über die ganze Zimmerbreite hatte, das viel Sonne einließ,
eine Fototapete mit einer Waldlandschaft, ein sandfarbener Velours-Teppich und ein Glastisch mit 4 Sesseln vollendeten meinen ersten eigenen Wohn(t)raum,
14. bis 20. LJ = 6 Jahre

Görresstr. 35 Rückgebäude in München,
das war der Sprung vom Elternhaus direkt ins Leben als Ehefrau,
im Parterre war eine Teppichreinigungsfirma, wenn die Maschinen liefen, vibrierte die ganze Wohnung, so dass es mir hier nicht gut ging, abgesehen davon, dass der Sprung vom Dorf mitten in die Stadt gewöhnungsbedürftig war,
dennoch gibt es auch wichtige schöne Erinnerungen an diese Zeit,
20. bis 21. LJ = 1 gutes Jahr

Harthauser Str. in Bad Aibling (die Hausnr. dürfte etwa 24 gewesen sein),
mein Mann war mit seiner Umschulung zum Schreiner fertig,
hier hatten wir 3 Zimmer, ein Süd-WoZi-Fenster mit Bergblick und eine launische ältere Dame als Hausherrin,
in dieser Zeit wurde mein erstes Kind geboren, was mir viele Glücksgefühle bescherte und uns bereicherte,
aufgrund des Unfriedens mit der Hausherrin suchten wir bald eine neue Bleibe,
21. bis 23. LJ = 1 1/2 Jahre

Schlesierweg 54 in Bruckmühl,
das waren Genossenschaftswohnungen mit Holzöfen, wir hatten 2 Zimmer und eine Wohnküche mit großem Balkon, der über eine Treppe in die Mietergärten führte, wo man sein eigenes Gemüse und Blumen anpflanzen konnte – sowie ein Bächlein hinter dem Haus, aus dem wir Wasser zum Gartengießen holten,
an diese Zeit hab ich glückliche Erinnerungen, u.a. mit dem ersten Kind im Planschpott auf dem sonnigen Balkon, Radltouren ins Dorf zum Einkaufen, Spaziergänge an der Mangfall entlang,
23. bis 24. LJ = 1 3/4 Jahre
Berufliche Veränderung meines Mannes (von Fabrikarbeit zum Hausmeister) führte uns dann zurück in eine Neubauanlage nach München-Schwabing…

Berliner Str. 60 in München,
bald nach unserem Einzug in eine große 3-Zi.-Whg. wurde mein zweites Kind geboren,
die Besonderheit des Neubaus war ein asymmetrisches Wohnzimmer, über dessen Balkon man ebenfalls durch eine Treppe in einen kleinen Mietergarten und den begrünten Innenhof mit Spielplatz hinaus konnte,
hier zog ich alleine aus, nachdem die Ehe sowie meine Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas an ihre Grenzen gelangt waren,
24. bis 31. LJ = 6 1/2 Jahre

Neustifter Str. in München (da es sich um eins der Frauenhäuser handelt,
ist die Hausnr. nicht mehr heraus zu finden, sie ist nicht öffentlich zugänglich),
hier bezog ich zwei Zimmer, weil ich mit meinen Kindern kommen wollte, das klappte nicht und ich zog in ein kleines Einzelzimmer um, wollte jedoch so bald als finanziell möglich in eigene 4 Wände,
31. LJ = 3 Monate
So sieht der Eingang aus…

Blombergstr. in München, Hausnr. vermutlich 36,
hier wohnte ich möbliert in einer Siedlung mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern,
im Garten hinter dem Haus konnten wir grillen,
insgesamt eine schwierige schmerzliche Zeit, auch wegen der Sorgerechtsauseinandersetzungen mit einem Urteil, das für mich den vorübergehenden Verlust des Sorgerechts für meine Kinder mit sich brachte,
31. bis 33. LJ = 1 1/2 Jahre

Kazmairstr. 38a in München,
meine erste eigene Genossenschaftswohnung, 2 Zimmer, die die Hoffnung für mich repräsentierte, dass die Kinder wieder bei mir leben könnten,
mit dem großen Kinderzimmer wollte ich ihnen meine Bereitschaft und die Möglichkeit dazu signalisieren, die Zeit war aber noch nicht reif dafür,
33. bis 34. LJ = 1 Jahr

Streitbergstr. 2 in München,
nachdem das mit den Kindern so noch nicht geklappt hatte, zog ich zu meinem damaligen Partner in dessen Wohnung,
wieder ein 8-stöckiges Hochhaus, wieder im 4. Stock, diesmal am Stadtrand von München mit Feldern ringsum,
ich hatte angefangen mein Abitur nachzuholen und konnte mietfrei wohnen,
in diese Zeit fiel die Rückkehr meiner Kinder zu mir, die aufgrund intensiver Konflikte mit dem Partner dennoch viele traurige Erinnerungen in sich birgt,
34. bis 37. LJ = 3 Jahre

Gollierstr. 44 in München,
meine jetzige Wohnung, eine große 3-Zi.-Genossenschaftswohnung, in der ich seit 1997 wohne und in der ich bisher am längsten verweilte und am meisten erlebte,
1998 hab ich mein Abitur beendet,
von 2000 bis 2001 hab ich studiert,
2003 zog mein Sohn in eine eigene Wohnung,
2005 zog mein jetziger Mann zu uns,
2008 zog meine Tochter in eine eigene Wohnung,
2009 beendete ich meinen langjährigen Job mit Abfindung, um mich dann mit energetischem Heilen zu befassen, wobei jedoch zunächst eine Menge an eigener Klärungsarbeit anfiel, die ich zusammen mit meinem Mann getan hab, dazu gehört zuletzt die Erinnerung an mein vorheriges kurzes Leben während dem 2. Weltkrieg mit Ereignissen in diesem Haus und dieser Etage, wo die verstorbenen „Täter“ aus jener Zeit noch weil(t)en,
so dass mein Auszug hier auch die Loslösung von jenen Ereignissen bedeutet,
37. bis 52. LJ = 15 Jahre
Hier rechts…

Ja, was einem zum Thema Umzug nicht alles einfallen kann…

Ich blicke auf eine neue Lebensphase mit meinem jetzigen Mann in der Schweiz, die wir teils mit letzten eigenen Mitteln, teils mit Hilfe anderer starten werden und bislang völlig offen ist, was dort geschehen wird.

Eines scheint im Moment jedoch deutlich und gibt uns Kraft für den Neubeginn: Unsere Arbeitsbeziehung ist zu einer Liebesbeziehung geworden, wie wir sie uns immer gewünscht haben.

Auf ein Neues…

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