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Ein paar Worte noch zum Jahresausklang, den wir heute entspannt zu Zweit mit einem feinen selbst gemachten Käsfondue mit viel Knoblauch und Weißwein genossen haben, danach einen Verdauungsspaziergang an der vom Regen gereinigten Luft machten und den Rest einfach ziehen lassen…

Ich kann mich an kein Silvester erinnern, das ich mit so neutralen Gefühlen und gelassen vorbei gehen lassen konnte. Oft war ich wehmütiger Stimmung, oft blickte ich bedeutungsschwanger (die Bedeutung gab ich dem Tag selbst) zurück und in die Zukunft und fragte mich, was wohl kommen wird. Ich blickte oft mit eher dramatischen Gefühlen auf mein Leben und das Erfahrene. Dieses Mal ist es anders und ich genieße es.

Mit dem ausklingenden alten Jahr lasse ich alles gerne ziehen, das dieses Jahr nicht umzusetzen und nicht festzuhalten war…

– Den Wunsch nach Umzug aufs Land in ein Haus
– Den Wunsch nach dem Einstieg in die selbstständige Tätigkeit
– Unsere Website (sie ist gekündigt)

und vieles Unsichtbare wie innere Strukturen, Identifikationen, Verhaltensmuster.

Ich blicke dankbar auf den Reichtum und Luxus, den ich hier und jetzt habe oder bewusst darauf verzichte…

– Eine Spülmaschine, die ich nicht ersetze, wenn sie kaputt geht. Wir zwei brauchen sie so selten und spülen eh vieles von Hand.
– Eine Gefriertruhe, auf die wir gern verzichten. Wir kochen frisch, wenn wir kochen. Eiscreme kaufe ich im Sommer frisch in kleinen Mengen, wenn ich möchte.
– Ein Auto, das wir nicht brauchen. Mein erstes und einziges Auto, das ich auf Pump gekauft hatte für die Fahrten in die Schweiz zu meinem Schatz, konnte ich nur halten, weil ich stets zahlende Mitfahrer einlud (die Strecke München-Zürich war stets sehr gefragt), wodurch die Benzinkosten größtenteils gedeckt waren. Nachdem er zu mir zog verkaufte ich das Auto wieder und zahlte mit dem erlangten Preis die Schulden zurück, es ging auf Null aus. Ist doch fein.
– Alle beliebigen Geschäfte und günstige gute Restaurants in Fußnähe.
– Bio- und Markt-Lebensmittel frisch sowie die liebevoll zubereiteten Speisen meines Mannes oder meine eigenen.
– Fast täglich ein Stück Kuchen, Torte oder Gebäck (wofür das Mittagessen ausfällt).
– Neue Kleidung (früher hab ich Second Hand gekauft oder selbst genäht und gestrickt) sowie inzwischen ein Schrank voll Kleidung, so dass ich jeden Tag auswählen kann nach Lust und Laune, auf welche Farbe und welche Form ich Lust habe und mich am wohlsten fühle.
– Ein eigenes Zimmer nur für mich, übersichtlich und liebevoll bestückt mit allem, was zu mir passt.
– Ein Mi Shu Stuhl, der mir ermüdungsfreies komfortables Sitzen ermöglicht, wenn ich an meinen Bastelsachen sitze und den ich liebe und hoffentlich noch den Rest meines Lebens nutzen kann.
– Der Friseur meiner Wahl, auch wenn er mehr kostet als der Billigschnitt bei den gängigen Haarschneide-Ketten.
– Der Zahnarzt meiner Wahl, der mir nach einem unsachgemäß gesetzten Implantat und vielen Beschwerden und Schmerzen dadurch schnell und professionell helfen konnte, obwohl er einen stolzen Preis hat.

Luxus ist für mich aber auch die viele freie Zeit, die ich seit zweieinhalb Jahren habe, um mich aufs Wesentliche zu besinnen, ohne auf irgendeinem Amt um meinen Unterhalt bitten zu müssen oder Pseudo-Bewerbungen vorweisen zu müssen.
Luxus ist für mich der tägliche Spaziergang im Park, der mich in Verbindung bringt mit Mutter Erde über die Enten, Schwäne, Möwen, Eichhörnchen, Krähen und viele blühende Bäume, Sträucher und Blumenbeete.
Luxus ist für mich der Friede in unserer kleinen Familie, den wir immer wieder suchen und herzustellen vermögen sowie die gegenseitige Unterstützung und Freude für- und aneinander.
Luxus, das ist die Internetverbindung zu vielen da draußen wie euch über den Laptop – wie fein!
Luxus, das ist unsere große sonnige Altbauwohnung zum günstigen Preis.
Luxus, das ist die Möglichkeit ärztlicher Betreuung, wenn ich sie denn dann einmal in Anspruch nehmen möchte.
Luxus, das ist meinen Neigungen und Hobbies nachgehen zu können sowie die Sauna aufsuchen zu können, wenn mir danach ist.
Luxus, das ist die innere Freiheit, die immer größer wird – Gott sei Dank (genau so im wörtlichen Sinne).

Die Zukunft bringt voraussichtlich mir persönlich, aber auch der Gesellschaft insgesamt größere Veränderungen, in welcher Form auch immer. Das ist in Ordnung, ich fühle mich momentan gut vorbereitet, so dass ich das Unbekannte neutral begrüßen kann und hoffe, so gelassen in meiner Mitte verankert bleiben zu können.

Kommt gut rüber, lasst es euch gut gehen, schaut auf euch und lasst die Aufmerksamkeit nicht unruhig im Außen wandern, sondern richtet sie immer wieder still nach innen, dort wo wahrer Friede und wahre Freiheit zu Hause sind.

Alles Liebe
Marion

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