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Heute war ich in der Sauna und Schwimmen und ich war in einer besonderen Verfassung, die mich den Schein so deutlich wahrnehmen ließ, die Illusion des Sichtbaren im Gegensatz zum Eigentlichen.

Mir ging durch den Kopf, dass viele Suchende sind und auch ich selbst seit Jahren – oder schon mein ganzes Leben? – Suchende war. Was suchen wir denn?

Wir suchen das ewige unzerstörbare göttliche Selbst jenseits des Mantels, den wir angezogen haben, um hierher kommen zu können und unsere Rollen zu spielen. Manchmal denken wir, wir sind dieser Mantel. Dann verdeckt er für unsere innere Augen das dahinter Liegende und wir sind einfach nur unglücklich, unzufrieden und suchen… Da muss es doch mehr geben…

Wie drückte es eine Freundin dieser Tage so plastisch aus? (danke H., dass ich zitieren darf 😉 – bitte verbessere mich, wenn ich dich falsch interpretiere!)
Sie war unzufrieden mit dem blauen Kleid, das sie trägt. Immer nur dies blaue Kleid, das im Schrank hing?! Sie spürte, sie hat doch noch viel mehr Seiten. Aber das blaue Kleid bunt zu machen, das war auch nicht die Lösung, das wäre nicht mehr schön gewesen, sondern hätte chaotisch gewirkt. Denn ein Kleid einer bestimmten Farbe hat doch seine ganz besondere eigene Schönheit. Sie fand – durch eine schmerzhafte Krankheit hindurch – zum Bewusstsein, inneren Wissen und zum Kontakt mit dem multidimensionalen Wesen, das sie ist. Jetzt fühlt sie sich nicht mehr so beschränkt. Jetzt weiß sie, dass sie so vieles ist. Jetzt kann sie im Frieden sein mit dem blauen Kleid, das sie eben im Moment trägt.

Es gibt für diesen Weg der spirituellen Suche so viele Anleitungen, Theorien, Rezepte. Ich frage mich, ob nicht jeder, der sucht, auch auf seine Art finden kann. Weil das sogenannte multidimensionale Wesen auf der anderen Seite des Schleiers uns genau in die Situationen führt, uns genau das erleben lässt, was den Schleier reißen lässt, so dass wir schließlich dahinter schauen können. Wenn wir achtsam und konzentriert bleiben und uns nicht immer neu von Äußerlichkeiten blenden und verführen lassen.

Heute ist mir auch bewusst geworden, dass der verzweifelte innere Kampf der letzten Jahre, der mich so vieles finden und verwerfen ließ, einzig und allein dazu diente, meine Identifizierung mit dem Äußeren immer weiter loszulassen. Immer wenn ich verzweifelt im Außen suchte und etwas fand, dann aber merkte, dass es nicht ist was ich suchte und es schließlich wieder los ließ / los lassen musste, weil ich einfach nicht anders konnte (auch wenn das, was die Software meines Mantels ist, sagte: „du musst, greif zu, mach schon, du kannst doch nicht“ usw.), fiel eine Illusion ab, ein Scheinselbst. Immer neue Scheinselbste zeigten sich darunter. Im Laufe der Zeit hatte ich mir scheinbar einen recht dicken Mantel aus einer Menge Schichten zugelegt.

Ich bin gespannt, ob es möglich ist das letzte Kleid auch noch abzulegen, während ich hier lebe, oder ob ich eines einfach anbehalten muss? Hm, ich glaube es ist vielleicht so, dass ich letztendlich auch durch das letzte Kleid hindurch sehen kann auf das Göttliche darunter, so wie heute. Solange ich mich nicht mehr ausschließlich mit dem Kleid identifiziere, als wäre es mein wahres Selbst, ist alles leicht.

Zur Software eines Mantels gehören Gedanken, Gefühle, Verhaltensmuster. Sonst noch was? Mehr fällt mir grad nicht ein. Daher kann es verräterisch sein, nach der Devise zu leben: „Ich fühle…“ und dies als absolute Wahrheit zu betrachten. Ebenso verräterisch kann es sein nach der Devise zu leben: „Ich denke, also bin ich“, als wäre ich meine Gedanken. Was wir erleben und erleiden dient dem Zweck, den Mantel zu durchdringen bis an den göttlichen Kern und damit die Identifikationen zu durchschauen, die unser Leid aufrecht erhalten.

Das ist vielleicht eine unvollständige Betrachtung, aber ich mag sie jetzt auch nicht verstandesmäßig zu perfektionieren suchen. Weil mich das zu stark in die Identifikation treibt.

Manches kann ich mehr erahnen, erspüren, als über Worte ausdrücken. Jedenfalls dann, wenn ich es gerade perfekt ausdrücken möchte. Wichtig ist mir, dass es sich im jeweils erfahrenen Moment in mir ganz deutlich und klar präsentiert, so dass inneres Wissen entsteht. Auch wenn ich dieses später nicht einfach so wiederholen und wiedergeben kann. Weil ich nicht anhafte. Darum bemühe ich mich jedenfalls immer neu.

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