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Spiritualität kann praktisch vieles bedeuten.


Je klarer ich diesbezüglich für mich selbst werde, desto deutlicher tritt auch der Wunsch hervor zu definieren, was Spiritualität für mich nicht bedeutet und welchen Auswüchsen davon ich kritisch, skeptisch oder ablehnend gegenüber stehe und inwiefern.

Gerne möchte ich erwähnen, was mich in der sogenannten Esoterik vorsichtig werden ließ.

Ich erlebte unter anderem eine Arbeitskollegin, alleinerziehend wie ich, die sich nach ihrem Weggang bei den Zeugen Jehovas aus meiner Sicht ziemlich distanz- und kritiklos in die Esoterik gestürzt hatte. Eines nachts war sie mit ihrer Tochter aufs Feld hinaus gefahren, weil sie an eine Evakuierung der auserwählten Bodenmannschaft von Raumschiffen glaubte. Während einer Sonnenfinsternis, wo wir vom Arbeitgeber die Erlaubnis hatten, sie durchs Fenster zu beobachten oder uns auch für den Rest des Tages beurlauben zu lassen, verkündete diese Kollegin, sie müsse auf jeden Fall weg, sie würden heute abgeholt… Ihr könnt Euch vielleicht schon denken, dass sie am nächsten Tag ganz normal an ihrem Arbeitsplatz erschien.

Da ich neugierig war, besuchte ich mediale Sitzungen, wo jeder eine persönliche Durchsage bekam und zwar bei verschiedenen Medien. So konnte ich vergleichen und üben zu unterscheiden, erlebte berührendes und weniger ansprechendes. Auch in diesem Bereich erlebte ich eine Bekannte, die selbst den intensiven Kontakt mit der geistigen Welt als Medium suchte, bis in Zusammenhang damit in ihrem engsten Umfeld eine körperliche Behinderung auftrat, die bis heute weder medizinisch erklärt noch behoben werden kann. All das sind vermutlich Erfahrungen, die Seelen machen möchten. Jedoch ermahnte es mich zur Umsicht.

Reiki wurde populär, aber nicht nur war ich noch sehr skeptisch bis ängstlich, ich hatte auch schlicht das Geld nicht, das für die Kurse und Einweihungen gängig waren (und es teils bis heute sind). Eine Bekannte sah mein Interesse an Reiki und bot mir ein Tauschgeschäft an. Was immer ich für sie tun könnte als Gegenwert… So könnten wir es abrechnen. Nun, mir fiel partout nichts ein, was ich für diese Bekannte als Gegenleistung hätte tun können. So hatte ich das Gefühl, ich würde mich von ihr abhängig machen, wenn ich mich unter diesen Bedingungen auf Reiki bei ihr einließe. Außerdem war ich durch Berufstätigkeit und Haushalt mit Kindern voll ausgelastet.

Später, als die Kinder selbständiger waren und ich mehr Raum für mich bekam, fing ich an mich näher zu informieren. Ich besuchte geführte Meditationen, ließ mich in alle Reiki-Grade einweihen, machte verschiedene Seminare mit, war bei Heilabenden dabei usw. Alles was ich dort erlebte, brachte mich weiter.


Manches zeigte mir erneut, was ich für mich nicht übernehmen möchte. Wie z.B. das Channeln für andere Menschen. Dass dies bei vielen einen äußerst hohen Stellenwert einnimmt, zog auch mich an. Jedoch empfand ich bald, dass ich damit zwar meine eigene höchste Wahrheit zu einer Situation finden kann, dies jedoch nicht die Wahrheit der Person sein muss, die eine Frage hat und die Antwort im außen, statt in sich sucht.

Energiearbeit faszinierte mich, aber ich blieb nicht bei Reiki. Das hat sich so ergeben und ich bin sehr zufrieden mit diesem Weg. Ohne Reiki zu verurteilen. Wenn aufrichtig mit dem Herzen gearbeitet wird, mit Sorgfalt und in stetiger Eigenreflektion sowie Demut, um Ergebnisse nicht der eigenen Leistung, sondern dem Wirken universeller und göttlicher Energien zuzuschreiben, dann ist die verwendete Technik zweitrangig. Früher oder später führt so ein bewusster Umgang damit vielleicht ohnehin zum Loslassen jeglicher Technik, weil sie nicht mehr benötigt wird.

Schließlich war es Zeit für mich, meinen eigenen Weg zu finden. Für meinen Mann und mich ergab sich intensive eigene Klärungsarbeit, die wir unter der Regie unserer geistigen Begleiter durchführten, sonst jedoch kaum Ratschläge oder Hilfe von außen in Anspruch nahmen. Was in uns vor sich ging, wurde immer wichtiger.


Da wir energetische Heilarbeit machen, werden wir teils als Esoteriker betrachtet. Nun denn…

Ich tausche mich gerne mit Menschen aus, die selbst einen spirituellen Weg gehen, sofern ich sie als kritik- und vor allem reflexionsfähig wahrnehme und sie in der Lage sind, was ihnen widerfährt als Spiegel für ihre eigene Weiterentwicklung zu verstehen. Ich habe viel gelesen, inzwischen gibt es aber kaum mehr Bücher in der Richtung, die mich noch wirklich ansprechen oder von denen ich mich bereichert fühle.

Ich habe eine innere Vorstellung von dem, was momentan auf der Erde und mit uns Menschen geschieht, aber dies ist keine absolute Wahrheit, eher ein Gedankenkonstrukt, das mir hilft mit manchem umzugehen, wissend, dass es nur Hilfskonstruktionen sind, die ich irgendwann ebenfalls loslassen werde.

Wenn Spiritualität ausschließlich als Esoterik und innerhalb sogenannter Lichtarbeiterkreise gelebt wird oder sich zu Weltverschwörungstheorien auswächst, stößt sie mich inzwischen tendenziell eher ab. Immer wieder fehlt mir dort der Tiefgang und die Bereitschaft, die eigenen Schatten zu sehen, anzunehmen und damit zu arbeiten, das Ganze zu sehen. Sogenannte Spiritualität bleibt dann an der Oberfläche, wird schnell plakativ und zu einer Art Schönwetterreligion.

Ein bewusstes Leben in und mit der Natur sowie in Liebe und Rücksicht für alle Lebewesen gehört für mich auf alle Fälle zu gelebter Spiritualität.

Für wen meine Worte nun so klingen mögen, als wäre ich sehr streng mit Kritik anderen gegenüber, dann möchte ich einfach anfügen, dass ich mir sehr bewusst bin, einfach ein Mensch zu sein, mit Stärken und Schwächen, Klugheiten sowie Irrtümern und stets am Lernen…

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