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Nun, so weiß, makellos und in einer Reihe sind meine Zähne seit langem nicht mehr. Aber nach einem langen Leidensweg mit den Zähnen bin ich u.a. auf Xylit gestoßen und möchte die gesammelten Infos gerne weiter geben – in der Hoffnung, dass sich dieses Wissen verbreitet und vielen hilft, noch lange kraftvoll zubeißen zu können :).

Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, vermag der so genannten Wohlstandserkrankung Karies wirksam entgegen zu wirken, idealerweise vom Babyalter an. Auch Zahnfleischerkrankungen wird wirksam vorgebeugt. Xylit kann für die meisten Menschen als schmackhafter Zuckerersatz in der Nahrung dienen: Das weiße kristalline Pulver, das dem Haushaltszucker äußerst ähnlich sieht und schmeckt, kann in der gleichen Menge herkömmlichen Zucker ersetzen, enthält jedoch nur 40 % der Kalorien von Zucker. Xylit kann aber auch lediglich zum Spülen des Mundes nach dem Essen verwendet werden und beeinflusst das Mundklima auf längere Sicht – regelmäßig angewandt – äußerst positiv.

Bereits 1981 synthetisierten der deutsche Chemiker Emil Fischer und sein französischer Kollege Emil Bertrand Xylitol durch die Reduktion von Holzzucker (Xylose). Xylitol ist ein natürlich in vielen Früchten, Gemüsesorten und Pilzen vorkommender Zuckeralkohol, der fünf Kohlenstoffatome enthält. Er ist in kleinen Mengen unter anderem in Himbeeren, Pflaumen, Mais oder Getreide enthalten. Zudem kommt er in der Rinde bestimmter Holzarten wie Birke vor. Industriell wird er überwiegend aus Maiskolbenresten gewonnen.

Warum ist Zucker so schädlich für unsere Zähne?

Der Speichel enthält normalerweise genügend körpereigenes Calciumphosphat, um die Stabilität des Zahnschmelzes durch einen natürlichen Remineralisierungsprozess aufrecht zu erhalten. Je höher der ph-Wert des Speichels ist, desto besser funktioniert dieser natürliche Reparaturmechanismus.

Regelmäßiger Zuckerkonsum fördert die bakteriell bedingte Säurebildung im Mundraum. Durch sie wird der Zahnschmelz demineralisiert und Karies verursacht.

1975 veröffentlichten Forscherteams der Universität Tuku in Finnland als Ergebnis wissenschaftlicher Studien, dass der natürliche, aus Pflanzen gewonnene Zuckeraustauschstoff Xylit im Gegensatz zu den meisten Kohlehydraten kein Zahnkaries verursacht und darüber hinaus das Wachstum bestimmter Bakterien im Mundraum (z.B. Streptococcus mutans), die für die Kariesbildung, aber auch solcher Erreger, die bis zu 40 % für die Entstehung von Mittelohrentzündungen bei Kleinkindern verantwortlich sind, hemmt.

Da Xylit nicht nur den Speichelfluss stimuliert, sondern auch dessen ph-Wert erhöht – also keine schädlichen Säuren produziert – unterstützt es dadurch den natürlichen Remineralisierungsprozess der Zähne.

Die antikariogene Wirkung beruht darauf, dass Xylitol die Plaquebildung reduziert. Karies verursachende Bakterien wie Streptococcus mutans werden im Wachstum gehemmt. Sie können den Zuckeralkohol nicht verstoffwechseln und werden somit ausgehungert. Der regelmäßige Verzehr senkt die Zahl der Streptokokken in der Plaque und im Speichel deutlich und verhindert zusätzlich das Anlagern der Bakterien im Zahnschmelz. Ein weiterer Effekt von Xylitol ist, dass er die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert.

Der Speichel von Babies und Kleinkindern enthält genügend Calciumphosphat, um die ideale Gesunderhaltung der ersten Zähne zu gewährleisten. Durch Speichelaustausch beim Füttern, Ablecken des Löffels oder Schnullers gelangen Bakterien aus dem Mundraum der Mutter oder anderer Familienmitglieder in den des Kindes und können damit die gesunde Mundflora beeinträchtigen.

Finnische Studien ergaben, dass das regelmäßige Bestreichen des Mundraumes mit einer 10 – 25%igen Xylitlösung – im Idealfall bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähne – die spätere Kariesbildung erheblich reduzierte.

Eine in Zentralamerika erfolgte Untersuchung ergab, dass Kinder, die während des Zahnwechsels 2 Jahre lang Xylit zu sich genommen hatten, Jahre später auffallend gesünder bleibende Zähne als ihre Altersgenossen hatten, da der Zahnwechsel unter biologisch idealen Bedingungen stattfinden konnte.

Xylit wird als Kariesprophylaxe kontinuierlich über einen längeren Zeitraum 3 – 5 Mal täglich verabreicht empfohlen, um seine Wirkung entfalten zu können. Es ist eine natürliche, unbedenkliche, sanfte und dazu noch süße Methode, die langsam aber sicher große positive Wirkung erzielen kann.

Zitat Dr. Ulrich Bruhn:

Zahlreiche Studien der zurückliegenden 30 Jahre haben die präventive Wirkung von Xylit gegenüber Zahnplaue, Kariesentstehung und Bakterienwachstum nachgewiesen. Zahnbeläge sind nach regelmäßiger Xylitol-Anwendung sehr leicht zu entfernen.

… Die “Ylievieska-Studie” hat gezeigt, dass Kinder in den ersten sechs Lebensjahren vor Karies nahezu geschützt sind, wenn die Mundhöhle vor dem ersten Zahndurchbruch mittels Xylit von diversen Bakterien “saniert” wurde. Und in der “Belize-Studie” wurde schon vor 1990 offenbar, dass Xylit in Kaugummis hochsignifikant die Kariesentstehung verhindert.

… Ich besorgte mir Xylitol in der Apotheke und nahm dann einen Löffel voll Xylitol pur in den Mund. Nach dem Ausspucken waren meine Zähne ungewöhnlich glatt, ähnlich wie nach einer professionellen Zahnreinigung. Ich wiederholte diesen Vorgang mehrmals täglich über Monate und bat dann Menschen in meinem privaten Umfeld, Xylit ebenfalls zu testen. Da es sich um ein Lebensmittel und auch körpereigenen Stoff handelt, gab es diesbezüglich keinerlei ethische Bedenken.

Ein Jahr lang habe ich im Selbstversuch diverse Anwendungsarten ausprobiert und dann Xylitol in die Therapie eingeführt. Das Resümee dieser mittlerweile fünf Jahre (bis 2007) umfassenden Beobachtungen:

– Karies verschwindet fast vollständig
– Zähneputzen wird weniger wichtig
– Zahnbeläge lassen sich extrem leicht entfernen
– Parodontose bildet sich ohne Änderung bzw. Intensivierung der Zahnhygiene deutlich zurück
– Zahnstein ist stark rückläufig

Als ich meinem Professor Kauko Mäkinen um seine Einschätzung meiner Ergebnisse bat, bestätigte der erfahrene Xylitol-Forscher meine Auswertungen.

Nach meiner Erfahrung empfiehlt sich folgende Anwendung:

Drei mal täglich nach den Mahlzeiten oder zwischendurch einen halben Teelöffel voll Xylitolpulver in den Mund nehmen, im Speichel lösen lassen, den süßen Speichel drei bis fünf Minuten im Mund herumspülen, dann ausspucken. Bitte nicht nachspülen!

Was sollte man noch wissen?

Wenn man Xylit als Zuckerersatz in der Nahrung verwendet, sollte man anfangs nicht mehr als 3 – 4 Teelöffel pro Tag zu sich nehmen, sonst kann es abführend wirken. Nach einer Eingewöhnungszeit gibt es in der Regel kein Problem mehr.

Für Träger von festsitzenden Spangen (Kieferorthopädie) ist es eine prima Möglichkeit zur Mundhygiene.

Zahngesundheit kann individuell sehr unterschiedlich sein und diverse Ursachen haben. Aus meiner persönlichen Sicht ist es jedoch nie zu spät, mit der Verwendung von Xylit zu beginnen (selbst in meinem Fall, wo bereits viele Kronen und Zahnersatz vorhanden ist) und damit wenigstens äußerlich weiteren Schäden und weiterem Verlust vorzubeugen.

Die vorhergehenden Infos hab ich teilweise dem Infomaterial der Katharinen Apotheke Stockdorf entnommen, die auch Xylitgel und Xylit-Bonbons in diversesten Geschmacksvarianten (mit 100% Xylit) herstellt und auch übers Internet vertreibt. Xylit gibt es aber auch als (günstigere) Xylinetten (Lutschbonbons) sowie in Kaugummi, beides sehr gut für unterwegs geeignet.

Xylit ist in Apotheken auf Bestellung erhältlich. Im Internet gibt es diverse Anbieter, wobei man auf gentechnik-frei gucken kann. Mein momentaner Preis-/Leistungs-Favorit ist xucker.de.

Die Bücher “Zahnarztlügen” und “Zahngesund” halte ich insofern für bedingt empfehlenswert, da sie stark polarisieren und das Thema aus meiner Sicht nicht ausgewogen darstellen. Ich wünschte mir zwar auch, bereits früher auf Xylit (idealerweise von Zahnärzten) aufmerksam geworden zu sein, aber mein Bewusstsein ist erst im letzten 3/4 Jahr darauf aufmerksam geworden und da Xylit in Deutschland noch nicht sehr und noch nicht so lange bekannt ist, mag ich einzelnen Zahnärzten für diese Bildungslücke nicht unbedingt die Schuld geben, auch wenn es stimmen mag, dass manche Zahnärzte kein Interesse daran haben, die Infos zu Xylit zu verbreiten. Immerhin bin ich durch das Buch “Zahngesund” auf Xylit aufmerksam geworden und hoffe, dass meine Kinder und eventuellen Kindeskinder davon profitieren werden.

Ergänzung 6. April 2011PS: WICHTIG, BITTE UNBEDINGT BEACHTEN! Xylit ist für manche Tiere, vor allem Hunde, tödlich. Im Netz gibt es ausreichend Infos dazu. Also bitte nur bei Menschen anwenden!

Ergänzung 11. Juni 2013: In der Schweiz führt die Migros eine Zahnpasta „Candida Sensitive Professional“, die Xylit enthält. Als einzige Xylit-Quelle erscheint mir dies zu wenig. Ich spüle trotzdem mindestens einmal täglich (abends) nach dem Zähneputzen mit einem Teelöffel Xylit mehrere Minuten.

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