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Einst hatte Channeln für mich einen so hohen Stellenwert, als ob man damit die absolute Wahrheit vom Himmel herunter holen könnte und das höchstselbst. Ich bewunderte und beneidete jene, die es können. Als ich die Möglichkeit sah, es selbst zu “lernen”, besuchte ich ein Seminar. Danach bot ich Channeln für andere an. Und begegnete Menschen, die dem Channeln einen ähnlichen Stellenwert einräumten. Es dauerte nicht lange, bis ich das wieder sein ließ. Es fühlte sich nicht richtig an. Für mich persönlich als Hilfestellung und Schulung der Intuition ja. Aber um wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen für andere mit zu tragen – das konnte ich nicht verantworten.

Damit möchte ich jene, die auf diese Weise arbeiten, weder verurteilen noch bewerten. Ich kann nur für mich entscheiden und sprechen. Und dabei einbeziehen, dass ich durch jene, die für andere channeln, durchaus viel gelernt habe.

Bei den Channellings, die ich online fand und las, sortierte ich die Inhalte nach dem Gefühl der inneren Stimmigkeit für mich aus. Was passte, nahm ich gerne an. Was weniger passte, legte ich innerlich weg. Mit der Zeit suchte und las ich immer weniger davon, zuletzt gar keine mehr.

Vor etwa eineinhalb Jahren hörte ich in einer gechannelten Meditation sinngemäß die Worte: Das Sprechen auf diese Art wird aufhören. Ihr werdet uns nicht mehr als außerhalb von Euch wahrnehmen. Es braucht nicht mehr auf diese Art zu Euch gesprochen werden. Wir werden in Euch und durch Euch sein.

Vor einem halben oder dreiviertel Jahr sagte eine Bekannte sinngemäß zu mir: Wir sind reiner Kanal, jederzeit. Alles was wir sprechen, fließt direkt aus der Quelle.

Ich möchte keine dieser beiden Aussagen genau so für mich übernehmen. Für mich stimmen sie teilweise und manchmal, sind aber nicht zu verallgemeinern.

Dieser Tage erhielt ich per Email ein Channelling zum Thema Erdbeben in Japan zugesandt. Was dort zu den Hintergründen und tieferen Ursachen für das Erdbeben genannt war, hörte sich nicht schlecht an und hielt ich für möglich. Da hieß es u.a.: Ich kann das morphogenetische Bewusstseinsfeld sehen vor der Katastrophe. Es ist sehr dicht, wie Beton so hart und tiefgrau. Jetzt, nach der Katastrophe, beginnt es weicher und durchlässiger zu werden. Die Programme beginnen fliessend zu werden und das Licht kann eindringen. Die Menschen können viel mehr Licht aufnehmen, das gesamte Bewusstsein wird lichter.

Ich unterhielt mich mit jemandem darüber und diese Person fragte, ob es im Falle des Erdbebens von Haiti 2010 genauso gewesen sei? Diese Frage musste ich innerlich erst mal setzen lassen. Ich merkte, dass es für mich inzwischen wenig Sinn macht, mich auf solche Channellings zu verlassen oder ihnen zu folgen. Es gibt vieles, das ich nicht erklären kann und nicht weiß und es daher lieber genau so stehen lasse, anstatt einen tieferen Sinn hinein zu reden, der auch ganz anders sein könnte. Ich weiß es einfach nicht.

Dann fand ich dieser Tage mal wieder auf die Seite von “Silvie Katz” und TIO, den sie channelte. Ihre Channellings schätzte ich eine gewisse Zeit und hatte sie auch weiter gegeben. Nun fand ich auf ihrer Seite interessante neue Gedanken dazu:

Die “Tio-Energie” (Auszug)

Ich hielt “Tio” viele Jahrzehnte lang für eine eigenständige Wesenheit irgendwo da draussen im Kosmos. Ich sage nicht, dass das “falsch” war – es war vielmehr der Zeit angemessen.
Menschen wachsen und erweitern ihren Verständnishorizont – ich tue das hoffentlich auch. Und inzwischen nehme ich “Tio” anderes wahr: Eher als einen besonderen Zustand des Fliessens, in dem mir mehr Informationen zugänglich sind als im Tagesbewusstsein.

Vielleicht ist es ein kleiner amüsanter Kunstgriff der menschlichen Psyche, sehr Neues, Ungewohntes, Unbekanntes zunächst einmal aus dem “Aussen” auf uns zukommen zu lassen.
Inzwischen glaube ich eher, dass der feinstoffliche Kosmos in uns Menschen ist, dass wir nach Innen grenzenlos sind. Und da kann durchaus auch Platz sein für eine Tio-Energie. Zum Beispiel in meinem Innen – und in Ihrem vielleicht Ihre eigene beratende Weisheit.

Seien Sie nicht traurig, Sie haben nichts verloren. Auch wenn “Tio” vielleicht eine innere Instanz ist – macht uns das nicht sehr viel glücklicher, wenn wir für möglich halten, dass ein “Tio” vielleicht gar nicht so exklusiv ist, sondern unser Inneres vielmehr so kreativ, eine solche Energie zu kreieren?

Es hat sich übrigens nichts an den Inhalten von “Tio”s Artikeln geändert, witzig und unbeschwert ist es auch noch wie früher, nur mein Stellenwert dabei ist ein bisschen anders geworden.

Ich schätze ihre Art, damit umzugehen. Und sage auch hier: Es könnte so sein, wie sie es inzwischen sieht. Es könnte auch anders sein. Ich weiß es nicht.

Eines hat mir die Beschäftigung mit dem Channeln über viele Jahre auf jeden Fall gebracht. Es hat meine Intuition geschärft und den Glauben an mich selbst gestärkt. Ich suche Antworten immer weniger im Außen, immer mehr direkt in meinem eigenen Herzen. Auf diesem Weg gefundene Antworten bringen mir im Moment am meisten.

Eine Freundin sagte vor wenigen Wochen, sie habe Mühe sich auf das eigene Herz zu verlassen, denn offensichtlich habe es sie in der Vergangenheit nicht immer richtig angeleitet, das Ergebnis war nicht immer das Gewünschte. Ich erwiderte, dass uns das Herz immer richtig lenkt, auch wenn das Ergebnis manchmal nicht jenes ist, das wir uns erwarten. Manchmal führt es uns zu karmischen Verstrickungen, die erst gelöst werden wollen. Manchmal führt es uns zu Themen, die erst verstanden werden wollen, um dann gelöst werden zu können. Das alles ist nicht falsch. Es ist nur manchmal nicht das, was wir uns wünschen. Es führt uns langfristig aber immer zu mehr Klarheit und Geklärtheit.

Am 16. März 2011 unter blog.1001shambalaya.de veröffentlicht – mit folgenden Kommentaren – (am 13. Aug. 2011 hierher importiert):

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