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Mein “erster Gott” hieß Jehova, dazu war ich erzogen worden. Als ich die entsprechende Gemeinschaft verließ bzw. von ihr ausgeschlossen wurde, wusste ich, dass ich “meinen” Gott mitgenommen habe, da er nicht an eine Gemeinschaft oder Organisation gebunden ist. Ich wusste, er würde mich und meinen Weg verstehen.

Als ich per Gerichtsurteil das Sorgerecht für meine Kinder verlor, warf ich meinen Gott mit weg. Ich konnte nicht glauben, dass ein Gott, wenn es ihn gäbe, das zugelassen hätte. An Gott zu glauben, darauf blickte ich dann eine ganze Weile herab im Sinne von: “Brauchst DU diese Gottesvorstellung wie einen Glücksstein als Sicherheit in der Hosentasche? Ich nicht!” Ich wollte mein Leben leben, wie es eben gerade daher kommt.

Als ich die ersten Medien kennen lernte, empfand ich zwar, dass hinter dem was sie tun, etwas steckt, aber ihr persönlicher christlicher Gottesglaube schimmerte dort mehr, dort weniger, für mich aber teils beängstigend durch. Da war u.a. einmal die Rede von einer Art Weltuntergang und wie wir uns dann verhalten sollten. Das machte mir Angst, darum legte ich solche Aussagen beiseite. Mein Gottesbild, das ich dabei war neu zu entwickeln, musste angstfrei sein, da war ich mir sicher.

Ende der Neunziger hielt ich im Englisch-Leistungskurs ein Referat über den Vietnam-Krieg. Irgendwie kamen wir dabei auf Glauben zu sprechen und die Kursleiterin fragte mich nach meiner persönlichen Gottesvorstellung. Ich war selbst ein bisschen überrascht, dass es spontan aus meinem Mund kam, denn ich war in meinem äußeren Leben so eingespannt, dass mir das nicht sehr bewusst gewesen war. Ich sagte also, am ehesten ließe es sich umschreiben mit “the great spirit behind all things”.

Erst dieser Tage dachte ich darüber nach, wie sich mein Gottesbild inzwischen differenziert hat. Heute würde ich es so beschreiben:

Ich glaube an…
Ich grüße und ehre…
Gott und Göttin     -> männlichen und weiblichen Aspekt des Göttlichen
in allem     -> in Dir, jeder Pflanze, jedem Lebewesen, der gesamten Schöpfung.

Ich glaube an den göttlichen Funken in allem, so dass ich “Gott” in allem begegne.

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