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Ein Bekannter sagte sinngemäß: “Ich halte es nicht mit dem häufig in den Mund genommenen Ankommen. Ich finde, wenn es gelingt, den Tag morgens mit einem Lächeln zu beginnen, ist das schon sehr viel.”

Zu meinem Leben gehörten immer Ziele und der Wunsch dort anzukommen. Im Sinne von: “Wenn ich dies oder jenes erreicht oder erlangt habe, dann geht es mir gut.” Mein Wohlgefühl, meine Zufriedenheit machte ich so von der Erreichung des jeweiligen Ziels abhängig.

Mit der Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich an einem Ziel angekommen war, wenn sich ein Kreis schloss – was selbstverständlich nicht immer wie erwartet geschah oder gelang – tat sich etwas Neues auf, der Blickwinkel erweiterte sich.

Und so hat sich mein Leben gewandelt. Einst war ich jeweils auf bestimmte Punkte ausgerichtet. Dazu gehörten dann zwangsläufig mühsame Zwischenstrecken mit scheinbaren Misserfolgen. Heute schwingt mein Leben zwischen Ankommen und Aufbrechen.

Ich habe noch immer Ziele und wünsche, irgendwann dort anzukommen. Jetzt wissend, dass sich dann neue Dimensionen auftun werden und ich neue Ziele ins Auge fassen werde. Oder dass ich unterwegs das Ziel anpasse oder gar verwerfe und sich ein neues ergibt. Jedoch: Der Weg zum Ziel ist mir wichtiger geworden; ich sehe ihn nicht mehr lediglich als lästige Zwischenübung. Die Geduld ist größer geworden, die Details auf meinem Weg zu beachten und würdigen. Die Wertschätzung für die Zwischentöne und unterwegs passierende Stationen hat sich gemehrt. Es wird immer mehr ein Auf und Ab wie das der Wellen des Meeres, die sich in beständiger Bewegung fortpflanzen. Immer den Kreis schließend, ankommend, immer neu aufbrausend und aufbrechend, weiter…

Der Blick hat sich verändert. Ich dachte einmal, dass der grobe Rahmen meines Lebens vorher geplant wurde und es diverse Alternativen oder auch unerwartete Weggabelungen dazu gibt, je nachdem wie das Leben abläuft. Ich ging davon aus, dass vieles dem Zufall überlassen ist. Inzwischen bin ich überrascht und fasziniert von dem inneren Wissen, das sich durch Erfahren eingestellt hat: So viele Details meines Lebens sind goldrichtig, genau so wie sie waren. Es passt alles ineinander wie ein Präzisionsuhrwerk. Es macht mich still werden und staunen. Wow… Da kann nur ein weise ausgeklügelter Plan dahinter stecken. Wer hätte das gedacht?!

Das schenkt mir Vertrauen in meinen weiteren Weg und die Zuversicht: Wenn alles bis hierher so ineinander passend verlief wie ein Puzzle, das schließlich ein komplettes Bild ergibt und bei dem kein Stück zuviel oder zuwenig ist und jedes an genau seinem Platz liegt, dann war ich nie falsch, dann war ich immer auf meinem Weg und dann darf ich los lassen, mich immer wieder in den Fluss des Lebens ergeben und fallen lassen in der Gewissheit, dass ich unterwegs nicht verloren gehen werde, nichts falsch machen kann und auf jeden Fall ankommen werde, auch wenn ich jetzt noch nicht weiß wann und wo genau. Mein Herz sagt: Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit.

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