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Ach ja, ist es nicht wunderschön in seiner Mitte zu sein? Frieden zu verspüren und verstehend durch die Welt zu gleiten…?  😉

Tja, wie wohl so mancher würde ich das ja auch gerne. Da ich (noch) nicht erleuchtet bin, gehöre ich nach wie vor zu dem größeren Teil der Menschheit, die manchmal abrupt aus ihrem friedlichen Denken herausgerissen werden. Nicht dass ich das möchte. Denn vorher tritt noch eine Phase des sich Wehrens auf: Sich wehren, aus seiner eigenen Friedlichkeit heraus zu fallen. Aber wie mit allem, wogegen man sich stemmt: Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Und ich verlasse grollend meine Mitte, fühle mich hinausgezerrt, wo ich gar nicht hin möchte. Und wer mich hinausgezerrt hat, ist ein übler Störenfried… 😉

Auslöser sind dabei häufig Nichtigkeiten. Oder sie tarnen sich jeweils so. So hat zum Beispiel Marions sich Befassen mit dem Buch “Zahngesund” zu heftigen Debatten geführt. Häufig sind es geliebte Menschen, die einen zu Reaktionen bringen, die man sonst vermeidet. Es ist einfacher bei flüchtigen Bekannten zu denken, glaub was du willst, als bei seiner Ehefrau…

Dieses Verlassen seiner Mitte hat ja unbedingt immer mit mir selbst zu tun. Und erst nachher, beim Wiedereintauchen in mich selbst, kommen dann die Früchte hervor, die das Verlassen meiner Mitte  haben wachsen lassen. Ehrlich gesagt… eher anstrengend. Aber anscheinend nötig.

Immer dann fängt man mit Streiten an, wenn man das Gefühl hat, nicht gesehen zu werden. Wenn man sich übergangen fühlt. Wie im Kleinen so auch im Großen. Ob es nun um Zahnkaries geht oder um Stuttgart 21, um Islamfeindlichkeit oder um den Atomausstieg. Und es ist WICHTIG dann darüber zu reden. Wenn es nicht anders geht auch zu streiten. Und häufig müssen wir dabei unsere Mitte verlassen. Anfangs vielleicht um den anderen überzeugen zu wollen. Um dann eventuell zu bemerken, dass es nicht nur  EINE Wahrheit gibt. Und wenn beide ihre Mitte verlassen haben, sich am Rande zu treffen und zu berühren. Zu merken, dass wir alle Menschen sind und dass es uns nichts bringt, andere Meinungen zu verteufeln. Leider ist es doch heute so, dass oft nur der gehört wird, der am lautesten schreit. Und selten ist diese Meinung dann ausgewogen.

So wäre es schön, wenn sich die schweigende Mehrheit wieder mehr dazu aufrafft, ihre Stimme hören zu lassen. Eine Stimme von gegenseitigem Verständnis und Achtung. Denn das ist doch das, was die meisten von uns wollen, oder nicht? Die Polarität findet doch heute oft eher in den Medien statt, als wirklich in allen Köpfen. Ich sehne mich nach Ausgewogenheit. Auch wenn sie vielleicht altmodisch ist.

Und ich muss bei mir anfangen… 😉 wie immer, übrigens.

Von meinem Mann Iwan am 7. Okt. 2010 auf blog.1001shambalaya.de veröffentlicht – mit diesen Kommentaren:

 

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